#21 Endlich ausatmen - Verletzlichkeit als Superpower

Shownotes

Ich kenne dieses Gefühl zu gut: dieses innere Zusammenbeißen, dieses "Ich schaffe das schon" auch dann noch, wenn eigentlich alles in mir müde ist und ich "nicht mehr kann". Ich war jahrelang genau diese Frau. Zielgerichtet, klar, stark, unabhängig und sogar stolz darauf, nichts und niemanden zu brauchen. Doch gleichzeitig hat mich genau das irgendwann innerlich zerrissen, weil unter all dem Durchziehen eine Sehnsucht lag, die ich mir selbst nicht erlaubt habe. Anlehnen und Hilfe annehmen habe ich lange mit Schwachsein verbunden und andere Frauen dafür belächelt. In dieser Folge nehme ich dich mit genau an den Punkt, an dem mir klar wurde, dass mein permanentes Starksein kein Charakterzug war, sondern ein Schutzmechanismus. Und dass ich mir Nähe wünsche und sie gleichzeitig unmöglich mache, solange ich mir keine Verletzlichkeit und Schwachsein erlaube. Es geht um die Momente, in denen ich gelernt habe loszulassen, zu fallen und nicht zu wissen, ob mich jemand auffängt. Und um dieses tiefe körperliche Ausatmen, das erst möglich wurde, als ich aufgehört habe, mich selbst festzuhalten.

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Speaker0: Merry Christmas and welcome to pleasure.

Speaker0: Ich hoffe, du hast eine wunderschöne Weihnachtszeit, wenn du diesen Podcast

Speaker0: hier hörst, wenn er rauskommt, dann ist ja gerade Weihnachtszeit mittendrin

Speaker0: und ich hoffe, dass du Weihnachten,

Speaker0: ganz in deiner femininen Seite genießen kannst und warum wünsche ich dir das

Speaker0: in deiner femininen Seite, dazu komme ich heute nämlich genau zu diesem Thema,

Speaker0: was ist die feminine Superpower und er möchte dir ein bisschen von meiner eigenen

Speaker0: Erfahrung erzählen und damit das Thema Verletzlichkeit und Sanftheit als die feminine Superpower,

Speaker0: ja, ein bisschen mit dir besprechen.

Speaker0: Wenn du mich aus meinem vorherigen Podcast kennst und vielleicht auch ein bisschen

Speaker0: meinen Weg verfolgt hast für den einen oder anderen, der hier schon länger dabei ist,

Speaker0: ich hatte ja vor diesem Podcast Pleasure einen anderen Podcast,

Speaker0: Glück in Worten, über acht Jahre lang und dazu mein Business.

Speaker0: Und ich würde behaupten, ich bin eine von den Frauen, die, da ist ein Ziel,

Speaker0: da gehe ich drauf zu, Bäm, ich bin sehr zielgerichtet, ich bin sehr...

Speaker0: Ich bin eloquent auch in dem, wie ich meine Ziele erreiche und ich bin auch

Speaker0: eigentlich so, wenn ich mir was ins Auge fasse, dann mache ich das und dann mache ich das richtig.

Speaker0: Also ich habe schon so eine sehr krasse Durchsetzungskraft und ich bin auch

Speaker0: so ein bisschen self-made Frau,

Speaker0: ja, also habe ich auch immer so ein Stück weit stolz darauf gezeigt,

Speaker0: dass ich jetzt nicht aus einem reichen Background oder sonstiges komme und mich

Speaker0: da irgendwie so auch nicht aus einem Background, der von Selbstständigen geprägt war, gar nicht.

Speaker0: Meine Eltern waren beide angestellt und hatte da irgendwie so ein Stück weit

Speaker0: natürlich auch einen Stolz drauf zu sagen, hey, ich habe eine Selbstständigkeit

Speaker0: geschaffen, ich habe ein eigenes Unternehmen geschaffen,

Speaker0: ich habe ja auch ganz viel an meinen Themen zum Thema Geld gearbeitet.

Speaker0: Das heißt, ich habe mir irgendwie auch sogar ein erfolgreiches Business daraus erschaffen.

Speaker0: Und das alles habe ich mit diesen Qualitäten, die ich als sehr positiv und als

Speaker0: sehr hilfreich dazu erachte, geschafft.

Speaker0: Nämlich mit Durchsetzungskraft, dieses Dranbleiben, dieser Wille,

Speaker0: ein Stück weit aber auch eine Resilienz, ja, wenn irgendwas schief geht oder

Speaker0: irgendwas nicht so läuft, wie ich das haben will, dass ich dann einfach resilient

Speaker0: bin, dranbleibe und sage, okay, ich gehe jetzt weiter, ich mache ein Stück weit.

Speaker0: Ja, ich lasse das Außen mir nichts absprechen und ich gehe da durch.

Speaker0: Und das sind, wenn du schon in meinen Podcast zu den männlichen und weiblichen

Speaker0: Qualitäten reingehört hast, das sind sehr krasse typische männliche Qualitäten

Speaker0: und die waren für mich total wichtig, dass ich die genutzt habe für mein Business.

Speaker0: Und ich habe das ja damals auch in dem anderen Podcast schon gesagt,

Speaker0: wir alle haben diese männlichen und weiblichen Qualitäten in uns,

Speaker0: das heißt, es ist nicht nur Männern vorbehalten, Durchsetzungskraft zu haben,

Speaker0: das können Frauen schon auch sehr gut,

Speaker0: weil wir eben beide oder alle diese beiden Pole in uns haben und die auch beide

Speaker0: brauchen ein Stück weit.

Speaker0: Also es ist nicht so, dass das eigentlich nur Männer machen immer nur das und

Speaker0: Frauen machen immer nur das, also bitte nicht so verstehen.

Speaker0: Und diese Qualitäten von Durchsetzungskraft, von Resilienz, aber auch so ein

Speaker0: Stück weit so ein Durchziehen,

Speaker0: das ist definitiv was, was mir im Business-Kontext viel geholfen hat und auch

Speaker0: im privaten Kontext an vielen Stellen geholfen hat.

Speaker0: Und ich habe im letzten Jahr, in den letzten zwei Jahren eigentlich jetzt schon

Speaker0: eine neue Superpower an mir entdeckt und das ist die Verletzlichkeit und das

Speaker0: ist die Sanftheit und die weiche Seite.

Speaker0: Und das sind Seiten, die ich bis dahin nicht so gerne gezeigt habe und nicht

Speaker0: so gerne zugelassen habe und ehrlich gesagt auch einfach gesagt habe,

Speaker0: das kann ich nicht, das bin ich nicht, ich bin nicht so eine weiche,

Speaker0: also ich habe ja manchmal Frauen gesehen und ich kenne ja auch natürlich viele

Speaker0: Frauen, die so, wo man so denkt, die sind so ganz in ihrer, in dieser weichen, femininen Seite, ja.

Speaker0: Also Frauen, die vielleicht auch schon eine Art haben zu sprechen,

Speaker0: die eher sanft ist, die eher weich ist, die eher so flowt, die auch was ganz

Speaker0: Zartes an sich haben, vielleicht sogar was Zerbrechliches an sich haben.

Speaker0: Und ich habe ehrlich gesagt diese Frauen früher ausgelacht und habe immer gesagt,

Speaker0: also das sind so Frauen, die gucken einen so an wie, ich schaffe das nicht allein.

Speaker0: Kannst du mir bitte das Marmeladenglas aufmachen? Und dann haben die so einen

Speaker0: ganz großen Wimpernaufschlag.

Speaker0: Kannst du mir das Marmeladenglas? Und ich denke mir so, Alter,

Speaker0: gib mir das scheiß Marmeladenglas. Ich kriege das auch alleine auf.

Speaker0: Notfalls mache ich da jetzt Vakuum, den Unterdruck raus. Und dann kriege ich den schon auf.

Speaker0: So, ich bin also immer eher Typ Pragmat gewesen. Im Sinne von,

Speaker0: Alter, jetzt mach doch nicht so einer auf hilflos.

Speaker0: Wenn du auf einer einsamen Insel wirst, müsst du das scheiß Ding auch aufkriegen.

Speaker0: Gut, wir sind ja nicht auf einer einsamen Insel.

Speaker0: So, aber so dieses Jahr, wenn du jetzt alleine lebst, musst du es halt auch alleine aufkriegen.

Speaker0: Und ich bin mir auch sicher, dass die meisten Frauen das irgendwie hinkriegen

Speaker0: würden, Aufgaben, die sie vielleicht sonst gerne mal abgeben würden.

Speaker0: Aber ich habe mich darüber lustig gemacht, weil ich so gedacht habe,

Speaker0: boah, Alter, wozu brauchst du denn Hilfe im Leben?

Speaker0: Bei so vielen Sachen, die du auch alleine könntest. Also alles,

Speaker0: wo mein inneres Ding war von, das kriegt man doch alleine hin,

Speaker0: brauche ich keine Hilfe.

Speaker0: Muss ich mich auch nicht so zeigen und zieh doch mal durch. Das war so ein bisschen meine Haltung.

Speaker0: Und ich wusste aber schon immer, da scheint irgendwas drin zu sein für mich,

Speaker0: weil mich diese Art Frauen extrem getriggert haben.

Speaker0: Das heißt, ich habe nicht nur gesagt, ach, guck mal, wie süß,

Speaker0: die kriegt ihr Marmeladenglas nicht auf, sondern ich war massiv davon angetriggert.

Speaker0: Ich so, Alter, wie kann man sich so dumm stellen und dann diese Augen aufschlagen.

Speaker0: Die gucken wie so ein Auto, habe ich früher immer gesagt.

Speaker0: Und da habe ich schon gemerkt, dadurch, dass da sehr viel Potenzial drin war,

Speaker0: also sehr viel so, was mich getriggert hat, habe ich schon gemerkt,

Speaker0: da ist was drin für dich, Claudia, sonst würdest du dir am Arsch vorbeigehen,

Speaker0: sonst würdest du sagen, ach, guck mal, naja, gut, aber ich bin nicht so fertig.

Speaker0: Nee, da war schon Trägerpotenzial und immer wenn extremes Trägerpotenzial ist,

Speaker0: dann weiß man, hoppala, hoppala, aufgepasst, aufgepasst, hier ist was für dich dabei.

Speaker0: Und ich habe in den letzten Jahren gemerkt, dass dieses Weichsein,

Speaker0: Verletzlichsein, auch ein Stück weit ganz viel Hilfe annehmen und um Hilfe fragen,

Speaker0: etwas ist, was ich mir nie erlaubt habe, weil ich mir keine Schwäche erlauben wollte.

Speaker0: Weil ich gedacht habe und so aufgewachsen bin und es so für mich verinnerlicht

Speaker0: habe und es einfach immer so meine innere Überzeugung war, ich kann das alles alleine.

Speaker0: Und ich liebe ein Stück weit dieses...

Speaker0: Diese innere Überzeugung von, ich schaffe das alleine, weil diese innere Überzeugung

Speaker0: mir natürlich immer hilft, weil ich weiß, egal was passiert,

Speaker0: ich komme schon irgendwie durch.

Speaker0: Ich mache mir nie Gedanken, wenn das Leben mir keine Ahnung was vor die Füße

Speaker0: schmeißt. Ich weiß, ich komme da irgendwie durch.

Speaker0: Das heißt, es hat mir ein Stück weit auch ganz, ganz viel geholfen.

Speaker0: Aber aus dem, ich schaffe das alles alleine, kam natürlich ein,

Speaker0: ich erlaube mir keine Schwäche.

Speaker0: Ich erlaube mir, keine Hilfe anzunehmen. Ich erlaube mir, keine Verletzlichkeit zu zeigen.

Speaker0: Weil das steht meinem Glaubenssatz von, ich kann das alles alleine, ja, im Weg.

Speaker0: Wie sehe ich denn jetzt aus, wenn ich mir ein Marmeladenglas öffnen lassen muss?

Speaker0: Dann kann ich ja nicht alles alleine schaffen, ja nicht mal ein scheiß Marmeladenglas aufzumachen.

Speaker0: Jetzt ist es ein doofes Beispiel, oder nur ein kleines Beispiel.

Speaker0: Nur symbolisch steht das für ganz, ganz viel.

Speaker0: Und ich habe so krass gemerkt, dass in dem Moment, wo ich mir die Verletzlichkeit,

Speaker0: die Sanftheit, die Schwäche erlaubt habe und nicht,

Speaker0: weil ich sie brauche, sondern weil ich sie möchte,

Speaker0: in dem Moment ist das zu meiner wahren Superpower geworden.

Speaker0: So, das heißt, ich muss mich nicht dumm stellen und sagen, ich kriege das mal

Speaker0: beladen, lass mich auf, obwohl ich das locker aufkriege.

Speaker0: Aber es gibt einfach ein paar Sachen, wo ich sagen kann, wow,

Speaker0: das würde ich hinkriegen.

Speaker0: Aber ehrlich gesagt würde es mich auch freuen, wenn mir jemand hilft.

Speaker0: Wenn ich meine 15 Einkaufstüten hier hoch,

Speaker0: das sind keine 15, aber wenn ich meine Einkaufstüten hier hoch hiefe in mein

Speaker0: Apartment oder Feuerholz hole oder Feuer anmache in meinem wundervollen Kamin.

Speaker0: Dann waren da schon ein paar Momente, wo ich dachte, jetzt wäre das hilfreich,

Speaker0: wenn ich jemanden hätte, der mir das hier macht und der mir hier hilft.

Speaker0: So, jetzt kommt Claudias altes Programm und sagt, das kannst du alleine,

Speaker0: jetzt guckst du dir ein YouTube-Video an, du wirst ja wohl hinkriegen,

Speaker0: wie man so ein blödes Feuer ankriegt.

Speaker0: Da kommt sofort dieses, ich kann das, ich kann das, ich kann das,

Speaker0: ich kann das, ich krieg das hin, ich krieg das hin.

Speaker0: Dass ich mir selber beweisen will, dass ich hier keine Schwäche zeigen muss.

Speaker0: Dass ich auch das hinkriege, ja locker ein Feuer hin. Also bitte.

Speaker0: Ja, ich habe das hingekriegt. Es ist nie so richtig so geworden,

Speaker0: wie ich das haben wollte.

Speaker0: Es ist auch immer wieder ausgegangen. Und es hat mich frustriert,

Speaker0: bis ich eines Tages, als ich hier mal einen Besucher hatte, liebevoll fragte,

Speaker0: ob er mir mal zeigen möchte oder könnte, wie man dieses Feuer richtig toll anmacht.

Speaker0: Und er hat mir das mit einer Hingabe und mit einer...

Speaker0: Also der hat sich so gefreut, dass ich den das gefragt habe.

Speaker0: Und er hat es mit so viel Liebe und mit so viel Leidenschaft gemacht.

Speaker0: Und er hat es toll gezeigt. Seitdem kann ich das Feuer großartig alleine anmachen.

Speaker0: Aber es war einfach so, dass ich da sagte, ich kriege es nicht so hin, wie ich es gerne möchte.

Speaker0: Und früher hätte ich das niemals gesagt. Ich hätte ihm gar nicht erzählt,

Speaker0: dass ich das Feuer gar nicht ankriege. Ich hätte es so getan,

Speaker0: als würde ich das noch gut hinkriegen würde. Wie auch immer.

Speaker0: Aber ich würde mir keine Schwäche eingestehen.

Speaker0: Und in meiner Welt wäre das Schwäche gewesen zu zeigen, ich kann das Feuer nicht

Speaker0: alleine anmachen. Weil das bedeutet ja, ich brauche dich dazu,

Speaker0: das Feuer anzumachen. Oh Gott.

Speaker0: Und das war mein schlimmster Feind. Ich könnte ja wirklich jemanden brauchen, was zu machen.

Speaker0: Da denke ich mir, ich kann auch einen Öl wechseln in meinem Auto.

Speaker0: Also, mir hat mal jemand gesagt, als ich jünger war, boah, Claudia,

Speaker0: du könntest auch einen LKW rückwärts einparken. Ich so, ja, kann ich auch.

Speaker0: Ich bin mir, ich habe keinen LKW-Führerschein, aber gib mir einen LKW,

Speaker0: ich kann den rückwärts einparken.

Speaker0: Nur das ist genau das Problem. Nicht, dass ich einen LKW rückwärts einparken

Speaker0: kann, aber dass ich davon ausgehe, ich müsste es können.

Speaker0: Und zu sagen, ja, kann ich, habe ich gar keinen Bock drauf zu machen.

Speaker0: Das darf mir schön einen Mann machen oder jemand, der darauf Bock hat.

Speaker0: Ja, und in meiner Welt, jetzt für mein Beispiel ist es einfach das Thema Männer,

Speaker0: weil ich ja einfach auf Männer stehe, dann zu sagen, ey, das kann ein Mann machen

Speaker0: und ich freue mich, wenn er es macht. Ich freue mich, wenn er das Feuer macht.

Speaker0: Ich freue mich, wenn er mir hilft. Ich freue mich, wenn er mir das Holz hier hochträgt.

Speaker0: Ja, ich kann das auch allein hier hochtragen, aber ist das scheiße anstrengend?

Speaker0: Ja. Habe ich da Bock drauf? Nein.

Speaker0: Also ein Stück weit in dieses Ding zu kommen von, ich darf Schwäche zeigen,

Speaker0: ich will sogar manchmal Schwäche zeigen.

Speaker0: Weil ich auch gemerkt habe, dass immer dann, wenn ich in diese Sanftheit gehe und in dieses...

Speaker0: Ich bin auch nur ein Mensch und ich habe Fehler und ich bin verletzlich und

Speaker0: ich kann nicht alles alleine.

Speaker0: Wenn ich müsste, könnte ich, mache es aber nicht.

Speaker0: Und in diese Haltung zu gehen von, nein, ich will gar nicht alles können.

Speaker0: Ich will gar nicht mit dem LKW rückwärts einparken können. Ich will gar nicht

Speaker0: alles in meinem Leben lösen können,

Speaker0: weil das, worauf ich mich am meisten freue und das, wonach ich mich am meisten

Speaker0: sehne, ist, dass ich mich anlehnen kann und zu einem Mann sagen kann,

Speaker0: Bitte kannst du das machen.

Speaker0: Nur wir Frauen haben diese krasse, krasse Sehnsucht, dass wir uns anlehnen wollen,

Speaker0: dass wir gehalten werden wollen, dass wir einfach nur mal schmelzen wollen und

Speaker0: sagen wollen, ich kann nicht mehr, kannst du mich halten?

Speaker0: Und gleichzeitig sind wir immer, und ich bin das beste Scheißbeispiel dafür,

Speaker0: sind wir immer in dem, ich kann das schon, ich mach das schon,

Speaker0: du musst mir nicht helfen, ich krieg das alleine hin.

Speaker0: Und dann stehen wir da und sagen, ich will mich so gern anlehnen.

Speaker0: Ja, verdammte Axt, wenn du dich nicht hingibst, wenn du dich nicht verletzlich

Speaker0: zeigst, wenn du dir nicht die Schwäche erlaubst, wie soll ein Mann dich halten in dem Moment?

Speaker0: Du erlaubst es ja noch nicht mal.

Speaker0: Und das war so ein krasser Game Changer in meinem Kopf, mir zu erlauben,

Speaker0: ich darf weich sein, ich darf verletzlich sein und ja,

Speaker0: ich kann das alles, wenn ich will, ich will aber nicht, ich will weich sein,

Speaker0: ich will nicht alles können, ich will hier sitzen und sagen,

Speaker0: Schatz, ich kann nicht mehr, kannst du mich bitte in den Arm nehmen?

Speaker0: Und dann möchte ich von diesem Mann gehalten werden. Aber dazu,

Speaker0: dass ein Mann mich halten kann, muss ich zulassen, dass er mich hält.

Speaker0: Muss ich zulassen, dass ich die Scheißkontrolle abgebe, weil das ist eigentlich alles, was es ist.

Speaker0: Dieses, ich kann es alles alleine und ich schaffe es alles alleine,

Speaker0: ist nichts weiter als ein sehr ausgeprägter Kontrollmechanismus.

Speaker0: Lass es dir von einer sagen, die mittendrin ist.

Speaker0: Also, dieser Kontrollmechanismus bedeutet was? Es bedeutet, dass ich die Kontrolle

Speaker0: über mein Leben behalte.

Speaker0: Und das gibt mir Sicherheit. Es gibt mir Sicherheit zu wissen,

Speaker0: dass ich alles alleine lösen kann. Es gibt mir Sicherheit zu wissen,

Speaker0: dass ich das Business rücken kann.

Speaker0: Es gibt mir Sicherheit zu wissen, dass ich allein mit meinen drei Kindern alles rocken kann.

Speaker0: Es gibt mir Sicherheit zu wissen, dass ich das scheiß Feuerholz auch hier hochkriege

Speaker0: und notfalls auch in den scheiß Kabin reinkriege. Es gibt mir Sicherheit.

Speaker0: Es ist einfach ein sehr ausgeprägter Kontrollmechanismus. Und ich darf es immer

Speaker0: mehr, und ich lerne es immer mehr zuzulassen, zu sagen, ich brauche die Sicherheit nicht.

Speaker0: Ich kann mich fallen lassen in die absolute Ungewissheit. Ist da jemand, der mich hält?

Speaker0: Und es ist etwas, was ich gelernt habe, als ich alleine war.

Speaker0: Es ist etwas, was ich gelernt habe, als ich nicht in einer Partnerschaft war.

Speaker0: Kann ich mir, wenn ich alleine bin, diese Verletzlichkeit erlauben?

Speaker0: Jetzt kommt ja die kleine Stimme, die sagt, ja, aber dann ist ja keiner da,

Speaker0: der da Scheißfeuer macht.

Speaker0: Da ist ja keiner da, der dir Sicherheit gibt. Da ist ja keiner,

Speaker0: der dich hält. Da ist ja keiner, der dich in den Arm nimmt und sagt,

Speaker0: Schatz, wird schon alles gut.

Speaker0: Und das ist aber genau das. In genau den Momenten, wenn keiner da ist,

Speaker0: um dich zu halten, musst du dir erlauben, trotzdem zu fallen.

Speaker0: Und trotzdem zu sagen, ich kann nicht mehr.

Speaker0: Ich habe hier manchmal gesessen, ich habe auf dem Boden gelegen und geheult

Speaker0: und habe zum Universum gesagt, ich kann nicht mehr und ich will nicht mehr.

Speaker0: Das Universum hat mir so viele Sachen geschickt, um mir zu beweisen nach dem Motto, Claudia,

Speaker0: du machst immer den auf, ich kann noch, ich kriege das noch,

Speaker0: ich schaffe das noch, ich kämpfe, ich schicke dir jetzt so viel,

Speaker0: bis du nicht mehr kannst und zulässt, dass du nicht mehr kannst.

Speaker0: Und es gab ein paar Momente, da habe ich hier auf dem Boden gesessen und habe

Speaker0: zum Universum heulend gesagt, ich kann nicht mehr.

Speaker0: Und das war genau das, was ich gebraucht habe, um diese Schale zu knacken von,

Speaker0: ich schaffe das, ich schaffe das, ich schaffe das.

Speaker0: Das ist einfach ein antrainierter Schutzmechanismus, um die Kontrolle zu behalten.

Speaker0: Und in dem Moment, wo ich den losgelassen habe und hier gelegen habe und gesagt

Speaker0: habe, ich kann nicht mehr, ich weiß nicht mehr, hilf mir.

Speaker0: Habe ich mich abgegeben ans Universum, habe ich mich hilflos,

Speaker0: verletzlich und einfach nur roh gezeigt.

Speaker0: Und dann konnte ein Mann in mein Leben treten zum Beispiel, der dieses,

Speaker0: von Halten, der mich halten kann, der das Feuerholz machen kann,

Speaker0: etc., etc., der diese Verletzlichkeit jetzt sehen darf, weil ich sie mir erlaubt

Speaker0: habe, weil ich sie mir schon vorher erlaubt habe. Und,

Speaker0: Das war eine so krasse Erfahrung in meinem Leben, zu merken,

Speaker0: dass es darum geht, dass ich mir die Verletzlichkeit erlaube,

Speaker0: dass ich mir Schwäche zu gestehe, dass ich mir erlaube, in diese Weichheit,

Speaker0: in diese feminine Seite zu kommen, weil das ist das Schöne.

Speaker0: Seitdem ich in dieser weichen Seite drin bin und sie mir erlaube,

Speaker0: habe ich A, keinen großen Trigger mehr auf Frauen, die sagen,

Speaker0: ich kriege mein Marmelanglas nicht auf.

Speaker0: Ich kriege mein Marmelanglas trotzdem noch alleine auf. Und wenn jetzt hier

Speaker0: ein Mann morgens sitzen würde beim Frühstück, würde ich sagen,

Speaker0: kannst du mal das Marmelanglas aufmachen, ist auch fein.

Speaker0: Und ich habe also keinen großen Trigger mehr drauf. Und ich merke,

Speaker0: dass es mir so viel leichter fällt, ins Empfangen zu kommen.

Speaker0: Weil das ist ja auch das ganz, ganz Weibliche. Ja, ja, kann ich das zulassen,

Speaker0: dass mir jemand Hilfe gibt, dass mir jemand Hilfe zukommen lässt,

Speaker0: dass jemand mir etwas gibt, kann ich es nehmen? Und ich konnte keine Hilfe nehmen.

Speaker0: Ich habe ja noch nicht mal irgendwen irgendwie so nah ran gelassen nach dem

Speaker0: Motto, dass er mir helfen kann. Ich kriege das alles in Weid hin.

Speaker0: Natürlich kann ich da nicht nehmen, dann kann ich keine Hilfe nehmen.

Speaker0: Wenn ich das nicht annehmen kann, dann kann ich nicht nehmen.

Speaker0: Und wenn ich nicht nehmen kann, dann bin ich nicht in dieser rezeptiven,

Speaker0: in dieser empfangenden weiblichen Haltung.

Speaker0: Und das hat ganz, ganz viel auch mit meiner Weiblichkeit gemacht,

Speaker0: mit meiner Sinnlichkeit gemacht, weil ich diesen, das ist einer der wichtigsten

Speaker0: Traits in meiner Welt oder einer der wichtigsten Qualitäten der Weiblichkeit,

Speaker0: ist das Nehmen, ist das Hingeben, ist das sich fallen lassen und nicht zu wissen,

Speaker0: ob dich jemand auffängt und es trotzdem zu tun und dir zu erlauben,

Speaker0: diese Verletzlichkeit zu zeigen, nach außen hin auch die Verletzlichkeit zu

Speaker0: zeigen, zu sagen, ich habe es nicht,

Speaker0: I don't have it figured out or everything, like I don't know,

Speaker0: ich habe es nicht all figured out, Ich weiß es nicht. Ich habe nicht alle Antworten.

Speaker0: Ich bin nicht Supermama, das zeige ich meinen Kindern auch. Ich zeige auch meinen

Speaker0: Kindern meine Verletzlichkeiten mittlerweile.

Speaker0: Und das ist etwas, wo ich gemerkt habe, das ist meine wahre Superpower.

Speaker0: Mir zuzugestehen, Verletzlichkeiten zu haben, mir zuzugestehen,

Speaker0: nicht alles zu können, mir zuzugestehen, Schwächen zu haben,

Speaker0: mir zuzugestehen, dass die absolut liebenswert sind und mir zuzugestehen.

Speaker0: Einfach mich fallen zu lassen.

Speaker0: Das ist meine allergrößte Superpower und ich liebe sie mittlerweile.

Speaker0: Aber es ist so ein krasser Weg gewesen, dahin zu kommen und mir das zu erlauben

Speaker0: und mir einfach zu erlauben, mich fallen zu lassen. Komplett.

Speaker0: Und deswegen wünsche ich dir für diese Zeit, gerade in den Weihnachtstagen,

Speaker0: dieses Fallen lassen können, dich anlehnen können.

Speaker0: Du kannst nicht erwarten, dass du dich anlehnst, wenn du dich nie fallen lässt,

Speaker0: wenn du nie loslässt, wenn du die Kontrolle nicht abgibst, dann kann dich keiner

Speaker0: halten, weil du das im Grunde immer noch selber festhältst.

Speaker0: Und das ist ein Scheißprozess mit dem Fallen lassen, Muss ich echt sagen,

Speaker0: war ein echt schmerzhafter Prozess, war ein echt, da hat das Universum schon

Speaker0: ganze Arbeit geleistet bei mir.

Speaker0: Ich glaube, ich war auch ein harter Fall, weil das schon sehr ausgeprägt war

Speaker0: mit dem, kann ich alles, kann ich alles.

Speaker0: Und das ist auf jeden Fall auch einer meiner großen Themen fürs nächste Jahr,

Speaker0: noch mehr Verletzlichkeit zuzulassen, noch mehr in diese Sanftheit zu gehen und noch mehr in dieses,

Speaker0: es fühlt sich für mich an, ich habe das schon mal für mich so formuliert,

Speaker0: Und das fühlt sich für mich an, als wenn mein Körper nach ganz,

Speaker0: ganz, ganz langer Zeit endlich, endlich ausatmen darf.

Speaker0: Weil ich immer eingeatmet habe, weil ich immer angespannt war.

Speaker0: Und es ist so, als wenn mein ganzes System sagt, reset, ausatmen.

Speaker0: Du kannst loslassen.

Speaker0: Du darfst ausatmen.

Speaker0: Du kannst loslassen. Du kannst loslassen.

Speaker0: It's all gonna be fine.

Speaker0: In diesem Sinne wünsche ich euch ganz wunderschöne Weihnachten.

Speaker0: Wir hören uns hier nächste Woche wieder zur Neujahrsfolge dann.

Speaker0: Also mach's gut, liebste Grüße. Ciao, ciao.

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