#23 Toxische Männlichkeit vs. Weicheier

Shownotes

Toxische Männlichkeit hier. Verweichlichte Männer da. Und irgendwo dazwischen stehst du und denkst dir vielleicht genau das, was ich mir auch gedacht habe, als mir dieses Video reingespült wurde, in dem ein Mann sich hinter einer Mauer versteckt, während eine Frau mit einem Messer angegriffen wird. Und nein, es geht hier nicht um Heldentum oder Machogehabe. Es geht um Haltung. Um die Frage, wo eigentlich die gesunde Männlichkeit geblieben ist, die weder respektlos noch feige ist.

In dieser Folge spreche ich über die zwei Extreme, die gerade gesellschaftlich am meisten vertreten sind. Männer, die Grenzen überschreiten. Und Männer, die keine Grenzen mehr setzen. Ich erzähle von Momenten, in denen Respekt gefehlt hat und von Männern, die ihn eingefordert haben, ohne laut zu werden. Von Schutz, der nichts mit Dominanz zu tun hat. Von Stärke, die nicht toxisch ist, sondern klar. Und von meiner ganz persönlichen Vorstellung davon, wie sich gesunde Männlichkeit anfühlt. Lass mir gerne ein Kommentar zu der Folge mit deiner Meinung oder schreib mir via Instagram. Ich freue mich über Austausch zu diesem Thema.

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Transkript anzeigen

Speaker0: Herzlich willkommen, ihr Lieben, zu einer neuen Folge von Pleasure.

Speaker0: Wie schön, dass du wieder mit dabei bist.

Speaker0: Und ja, lass uns doch heute mal über das Thema Männlichkeit sprechen.

Speaker0: Und zwar einen ganz gewissen Teil von Männlichkeit und vielleicht auch so ein

Speaker0: bisschen das Thema toxische Männlichkeit.

Speaker0: Und ach, da gibt es noch so viele Layer von. Ich möchte heute auf ein paar davon eingehen.

Speaker0: Und zwar gibt es einen Auslöser für diesen Podcast und warum ich ihn jetzt gerade

Speaker0: mache. Und der ist folgender.

Speaker0: Ich habe vor ein paar Tagen ein Video gesehen.

Speaker0: TikTok, Instagram, irgendwie sowas. Wurde mir in meinen Feed gespült.

Speaker0: Ich weiß immer gar nicht, wie der da hinkommt.

Speaker0: Und da war ein Pärchen, ich glaube es war ein Pärchen oder zumindest sind sie

Speaker0: gemeinsam gereist, vielleicht waren sie auch nur Freunde, in Kolumbien unterwegs.

Speaker0: Schon mal generell denke ich mir so, wenn du nach Kolumbien fährst,

Speaker0: dann mach dich ein bisschen vertraut mit der Umgebung.

Speaker0: Da würde ich jetzt nicht einfach so hinfahren. Ist nicht eins der Länder,

Speaker0: was man mal eben einfach so als weißer Tourist eben mal einfach so betritt,

Speaker0: ohne sich Gedanken zu machen.

Speaker0: Anyway, die beiden mit Backpacks standen da irgendwie und die Überwachungskamera

Speaker0: hat das aufgenommen, wie sie plötzlich attackiert wurde von einem Angreifer mit einem Messer.

Speaker0: Der irgendwie versuchte, ihr die Tasche oder das Portemonnaie oder irgendwas

Speaker0: wegzunehmen und sie hat in dem Moment aber versucht, gegen anzugehen und zu

Speaker0: kämpfen, also den abzuwehren und so.

Speaker0: Und in dem Moment, wo dieser Angreifer kommt,

Speaker0: geht ihr Typ, der ungefähr ein Kopf größer war als sie und auch ein Kopf größer

Speaker0: ungefähr als der Angreifer und läuft zur Seite und versteckt sich hinter einer Mauer.

Speaker0: Und ich denke mir nur so, als ich das gesehen habe, what the fuck.

Speaker0: Sie versucht ihn weiter abzukämpfen, das Video geht dann irgendwann ein Stück weiter.

Speaker0: Irgendwie nach kurzer Zeit kommen drei andere, ich glaube Locals,

Speaker0: der eine mit Motorradhelm, keine Ahnung was, und haut dem anderen dann halt eine rüber.

Speaker0: Und zu dritt kriegen die dann den halt irgendwie überwältigt oder halten den dann da irgendwie fest.

Speaker0: Und dann, wenn der weg ist oder halt überwältigt wurde, kommt ihr Reisebegleiter

Speaker0: oder ihr Freund hinter dem Mauerchen hervor.

Speaker0: Und checkt so bei ihr ein, so hi, alles gut.

Speaker0: Und ich habe mir nur gedacht, als ich das gesehen habe, what the fucking fuck,

Speaker0: das ist doch nicht dein Ernst.

Speaker0: Wie kannst du als Mann dich verstecken, wenn deine Freundin,

Speaker0: selbst wenn es nicht deine Freundin Freundin ist, attackiert wird?

Speaker0: Also selbst als Frau, wenn ich daneben gestanden hätte, hätte ich dem eine übergebrutzelt

Speaker0: oder zumindest lautstark nach Hilfe gerufen oder irgendwas versucht.

Speaker0: Ja, wenn jemand mit dem Messer kommt, muss man sich nicht daneben da reinschmeißen

Speaker0: und keine Ahnung was versuchen und heroisch dabei sterben. Da sind wir uns,

Speaker0: glaube ich, auch alle einig. Aber es gibt ja noch ein paar andere Wege.

Speaker0: Also der hätte mit seinem Backpack auf ihn hauen können von weiter weg oder was weiß ich, ja.

Speaker0: Oder wie gesagt, Hilfe holen oder irgendwas. Aber nicht in der Ecke stehen und warten.

Speaker0: Wo ich echt gedacht habe, also als ich das gesehen habe, ich habe gedacht so,

Speaker0: ey, sorry. So, da drunter machst du natürlich dann die Kommentare aufgemacht,

Speaker0: da hagelt es natürlich die Kommentare von, was für ein Waschlappen,

Speaker0: der darf ich ja gleich abservieren.

Speaker0: Und ich war auch echt so, dass ich gedacht habe, ja Mann, wo sind wir denn hingekommen,

Speaker0: wenn Männer sich verstecken, wenn Frauen angegriffen werden?

Speaker0: Also da denke ich mir dann schon auch irgendwo hier von wegen starkes und schwaches Geschlecht.

Speaker0: Also wo sind wir da? Und das ist aber genau das Thema, glaube ich,

Speaker0: dass wir so sehr in unserer Gesellschaft, und damit mache ich jetzt den Bogen, angekommen sind dabei,

Speaker0: dass wir so sehr gegen diese toxische Männlichkeit sind, diese Männer,

Speaker0: die alles, ich bin der Toizan, dass wir die so weit runtergemacht haben,

Speaker0: dass wir mittlerweile eigentlich...

Speaker0: Weiß ich nicht, ich weiß gar nicht, wie man es benennen kann.

Speaker0: Wir haben aber nur noch männliche Höhlen und da drin sind irgendwelche Waschlappen,

Speaker0: die nicht mal mehr sich trauen, irgendwie einzustehen oder irgendwas zu machen.

Speaker0: Und das ist, glaube ich, ein gesamtgesellschaftliches Phänomen.

Speaker0: Und da gibt es noch ganz, ganz viele weitere Varianten von, weil Männer ja heutzutage

Speaker0: auch gefühlt nichts mehr sagen dürfen, weil ihnen sofort eins übergebraten wird,

Speaker0: weil das ist sexistisch, das ist hier, das ist da.

Speaker0: Ich will gar nicht darüber reden, dass es super viele beschissene Scheißaussagen

Speaker0: von Männern gibt, die sexistisch sind und die nicht gehen.

Speaker0: Und ich glaube aber, wir sind in so ein krasses Extrem gekommen,

Speaker0: dass das Pendel auf eine andere Seite ausgeschwungen ist, wo Männer irgendwie

Speaker0: gar nichts mehr machen dürfen und gar nichts mehr sagen dürfen und sich nur

Speaker0: noch in die Ecke stellen und sich verstecken.

Speaker0: Und das ist für mich was, wo ich halt so denke, ey, da will ich doch aber auch

Speaker0: als Frau, dass ein Mann mich beschützt.

Speaker0: Jetzt magst du mich altmodisch nennen, die Feministin wäre mir eins überkloppen,

Speaker0: ist mir aber auch egal. weil ich möchte und ich bin eine starke Frau,

Speaker0: ich kann mich gut selber verteidigen. Ich habe auch schon Männern eins auf die Nase gegeben.

Speaker0: Ich bin groß, ich bin nicht schnell eingeschüchtert und ich möchte trotzdem,

Speaker0: dass ein Mann mich beschützt.

Speaker0: Das heißt nicht, dass der sich sofort in den Streetfight reinstürzen muss und

Speaker0: allen eins auf die Nase geben muss.

Speaker0: Aber es gibt für mich ein paar Dinge, die gehen für mich gar nicht.

Speaker0: Und ich gebe dir ein paar Beispiele aus meinem eigenen Leben,

Speaker0: um es ein bisschen klarer zu machen.

Speaker0: Ich war mal auf einer Hochzeit eingeladen und war dort mit meinem Ex-Mann und

Speaker0: es gab einen Moment, wo ich mich auf der Tanzfläche nach unten gebückt habe,

Speaker0: weil dort ein Ohrring lag.

Speaker0: Und ich habe diesen Ohrring aufgehoben und wollte den eben aufheben und gucken,

Speaker0: wem der gehört und zur Seite legen.

Speaker0: So, in dem Moment, wo ich mich runtergebeugt habe, hat mir jemand mit vollster

Speaker0: Wucht hinten auf den Arsch gehauen. Jetzt sind wir beim Thema sexistisch.

Speaker0: Das ist etwas, was in meiner Welt gar nicht geht. Du fasst keine andere Frau

Speaker0: an, Punkt. Schon gar nicht, wenn du sie nicht kennst.

Speaker0: Und schon gar nicht, also ich meine auch, wenn du sie kennst,

Speaker0: darfst du sie vorher fragen, ob du sie anfassen darfst.

Speaker0: Das ist etwas, was gar nicht geht. Und an diesem Beispiel zeige ich dir sehr

Speaker0: schön die beiden krassen Extreme, die es in meiner Welt gibt.

Speaker0: Da ist ein Mann, der mich, und zwar wirklich, der hat nicht nur ein bisschen

Speaker0: mehr auf den Arsch getätschelt, nicht mal, dass das jetzt besser wäre,

Speaker0: der hat mir volle Lotte auf den Arsch gezogen.

Speaker0: So, ich meine, ich denke mir an vielen Stellen, mein Arsch ist halt auch schön,

Speaker0: aber den darfst du trotzdem nicht einfach anfassen und du darfst den auch nicht einfach schlagen.

Speaker0: Ich war so geschockt in dem Moment, weil ich mir gedacht habe,

Speaker0: wie kann sich jemand das Recht rausnehmen, mir einfach so auf den Arsch zu hauen, du Vollidiot.

Speaker0: Dass ich super geschockt war und nicht reagieren konnte in dem Moment.

Speaker0: Das heißt, ich habe da gestanden und habe erst mal gedacht, was?

Speaker0: Weil ich im allerersten Moment dachte, das wäre mein Ex gewesen.

Speaker0: Dann dachte ich, nee, das macht er aber eigentlich nicht. Und schon gar nicht

Speaker0: so in der Öffentlichkeit. Und hallo, nein.

Speaker0: Und habe dann auch gemerkt, nee, nee, der steht neben mir. Der stand neben mir.

Speaker0: So, und jetzt haben wir nämlich genau die zwei Extreme. Der eine Typ,

Speaker0: sexistisches Oberarschloch, der ist dann einfach weitergelaufen.

Speaker0: Ich stand ein bisschen bedeppert da, weil ich gerade überhaupt nicht wusste,

Speaker0: was ich jetzt machen soll.

Speaker0: Also wenn mich jemand irgendwie blöd anlabert oder so, dann bin ich meistens

Speaker0: auch relativ, dann kann ich reagieren.

Speaker0: Aber in der Situation war ich einfach so perplex, dass ich gar nicht wusste, was ich machen sollte.

Speaker0: Mein Ex hat aber daneben gestanden und was macht der?

Speaker0: Gar nichts. Gar nichts.

Speaker0: Irgendwann später habe ich gefragt, sag mal, wieso bist du denn da nicht hin?

Speaker0: Das ist doch total, also der hat mir auf den Arsch gehauen.

Speaker0: Ja, und er war noch ein Stück größer als er und so, und er wollte jetzt auch

Speaker0: keinen Streit anfangen.

Speaker0: Und dann habe ich so gedacht, warte mal, ich würde nicht von meinem,

Speaker0: ich muss jetzt nicht von meinem Partner erwarten, dass der da hingeht und ihm

Speaker0: sofort einen aufs Maul hault.

Speaker0: Also auch da, ich bin gegen körperliche Gewalt und so weiter.

Speaker0: Das ist nicht, wie man es lösen müsste.

Speaker0: Aber ich erwarte, dass der Respekt da ist und der Respekt auch gezeigt wird

Speaker0: nach außen hin, zu sagen, ey, fass meine Freundin nicht an.

Speaker0: In dem Moment, weil ich es nicht kann, in dem Moment, weil ich so perplex bin

Speaker0: und mir denke, was ist denn hier gerade passiert, möchte ich,

Speaker0: dass mein Partner das tut.

Speaker0: Genauso wie es andersrum auch ein Thema von Respekt ist, wenn irgendwer ihn

Speaker0: disrespektiert, also ihn nicht mit Respekt behandelt, dass ich dann auch da

Speaker0: einstehe und sage, hey, warte mal, das geht so nicht.

Speaker0: Und das ist was, da sind wir aber irgendwie hingekommen als Gesellschaft,

Speaker0: dass es nur noch das eine oder das andere Extrem gibt.

Speaker0: Es gibt entweder die Männer, die sich scheiße verhalten und einer Frau volle

Speaker0: Kanne auf den Arsch knallen.

Speaker0: Oder die, die, wenn ich jetzt mal

Speaker0: ganz fies bin, den Schwanz einziehen und sagen, ja, da mache ich nichts.

Speaker0: Ja, oder die, wir bilden im Video, sich hinter einer scheiß Wand verstecken.

Speaker0: Und ich glaube, dass es wichtig ist, dass wir die Männer, dass wir wieder dahin

Speaker0: kommen, dass die Männer in ihrer gesunden Männlichkeit sind.

Speaker0: Das heißt aber auch in einer Männlichkeit von, hey, ich stehe hier ein und du

Speaker0: zeigst mir Respekt und zeigst meiner Freundin bitte Respekt und alles andere

Speaker0: werde ich hier so nicht akzeptieren.

Speaker0: Und das ist was, wo ich so denke, da notfalls muss der Mann dann in dem Moment

Speaker0: in meiner Welt, und da kann ich gesagt werden, wir alle steinigen für,

Speaker0: muss der Mann auch körperlich dafür einstehen.

Speaker0: Und ich gebe dir noch ein schönes Beispiel aus meinem Leben,

Speaker0: weil das mir auch gerade eingefallen ist.

Speaker0: Mein Papa ist der liebste Mann, den du dir vorstellen kannst.

Speaker0: Der sucht niemals Streit.

Speaker0: Der hat sich, glaube ich, auch in seinem Leben noch nicht gekloppt.

Speaker0: Der tut keiner Fliege was zu leid. Der ist wirklich so der ganz, ganz, ganz Liebe.

Speaker0: Als der ganz klein, oder nicht ganz klein, aber als der so teeny war,

Speaker0: hat ihn wohl mal, die Story erzählte meine Oma immer gerne, hat ihn wohl irgendwer

Speaker0: anderes auf der Straße, hat er dem wohl mal irgendwie eine gegeben,

Speaker0: wie auch immer, wie Teenie-Jungs dann irgendwie manchmal wohl untereinander sind.

Speaker0: So, meine Oma hat das von oben gesehen und es war wohl relativ ohne Grund,

Speaker0: also er hat ihn einfach angegriffen.

Speaker0: Meine Oma hat das von oben gesehen und hat aus dem Fenster gebrüllt,

Speaker0: wenn der dir noch eine gibt und du nicht zurück haust, dann kommst du nach hier

Speaker0: oben und kriegst von mir auch noch eine.

Speaker0: Und ich meine, ich fand die Geschichte immer so ein Stück weit witzig,

Speaker0: weil ich so dachte, meine Oma, Halleluja, die ist aber auch so eine Frau,

Speaker0: so pass mal auf, hier zeige ich dir immer, wo es lang geht.

Speaker0: Wenn der dir eine gibt und du jetzt nicht zurückhaust, da kriegst von mir noch eine geschallert.

Speaker0: Ich glaube, mein Papa hat sich dann dafür entschieden, dem dann auch zurückzuhauen.

Speaker0: Und was ich damit sagen will, ist, es gab dann eine Situation,

Speaker0: in der ich das als Kind gemerkt habe.

Speaker0: Und das, obwohl mein Papa der liebste Mensch auf Erden ist, wie gesagt,

Speaker0: und sich sonst niemals irgendwie prügeln würde.

Speaker0: Aber mein Papa hat Kampfsport gemacht dann später.

Speaker0: Und zwar sehr hoch bis zum schwarzen Gürtel.

Speaker0: Und wir sind einmal auf einer Radtour gewesen. Da waren mein Bruder und ich

Speaker0: vielleicht so zehn oder so, würde ich jetzt mal schätzen.

Speaker0: Also wir waren noch relativ klein, haben eine Radtour gemacht und ich kann mich

Speaker0: nicht mehr genau an die Situation erinnern, aber ich weiß, dass wir an so einer

Speaker0: Kurve standen und irgendwie von einem Mann unfassbar doll angepöbelt wurden.

Speaker0: Also der hat uns Kinder total angemacht, irgendwas hat dem nicht gepasst.

Speaker0: Und mein Papa ist auch so super regeltreu und regelkonform so,

Speaker0: also wir machen alles richtig, wir haben garantiert nichts falsch gemacht.

Speaker0: Und dieser Typ hat uns massiv angepöbelt und wurde auch richtig ausfallend und

Speaker0: uns Kindern gegenüber richtig ausfallend.

Speaker0: Und dann ist mein Papa irgendwann die Hutschnur geplatzt. Dann hat er sein Fahrrad

Speaker0: abgestellt und dann hat er sich da hingestellt.

Speaker0: Ich weiß jetzt nicht, ob mein Papa das gut findet, dass ich die Geschichte erzähle,

Speaker0: aber ich finde es einfach so cool.

Speaker0: Dann hat er sich da hingestellt und hat so eine Karate oder Tegwando hat er,

Speaker0: glaube ich, gemacht, Tegwando-Bewegung gemacht und meinte, okay, komm her, was willst du?

Speaker0: Und der Typ, dem ist dann so der Arsch in die Grundeis gegangen,

Speaker0: der ist dann weggelaufen tatsächlich oder weggefahren.

Speaker0: Aber in dem Moment, schwöre ich dir, wenn der uns angegriffen hätte,

Speaker0: also wenn da was gewesen wäre, hätte mein Papa uns verteidigt.

Speaker0: Und zwar auch körperlich.

Speaker0: Und mein Papa ist der Letzte, der irgendetwas körperlich austrägt.

Speaker0: Und das ist für mich der Inbegriff von gesunder Männlichkeit.

Speaker0: Mein Papa ist überhaupt nicht derjenige, der irgendwo hingeht, ich hau dir aufs Maul.

Speaker0: Und das meine ich auch nicht, dass Männer so sein müssen. Ja,

Speaker0: dass irgendwie Männer sagen müssen, pass mal auf, ey, wenn du meine Frau anlaberst,

Speaker0: kriegst du einen aufs Maul von mir. Das meine ich nicht.

Speaker0: Aber ich möchte, dass ein Mann sowohl seine Kinder als auch seine Frau auch

Speaker0: am Ende des Tages körperlich beschützen kann.

Speaker0: Und da geht es nicht darum, dass er der krasseste Fighter ist und der krasseste, keine Ahnung was.

Speaker0: Aber wenn du halt, keine Ahnung, wenn du eher jemand bist, wo du sagst,

Speaker0: ich bin aber auch sehr klein und sehr schmächtig und ich kann nicht so richtig,

Speaker0: dann musst du halt, keine Ahnung, Kampfsport lernen oder irgendwas,

Speaker0: dass du dich verteidigen kannst.

Speaker0: Weil ich finde, da geht es um Respekt und das passiert super selten im Leben.

Speaker0: Ja, mein Vater hatte diese Situation, glaube ich, ein einziges Mal.

Speaker0: Aber wenn jemand meine Kinder anfasst, dann würde ich auch jemandem eine aufs

Speaker0: Maul geben. Und ich haue mich auch nicht.

Speaker0: Aber wenn jemand meine Kinder anfassen würde, dann pass aber auf,

Speaker0: dann würde ich dem eine geben. Dann würde ich dem notfalls auch keine Ahnung, mit was eine geben.

Speaker0: Und da meine ich immer nur, es geht ja nicht darum, dass man das jetzt jeden

Speaker0: Tag im Alltag macht und auf die Straße geht und jeden vermöbelt.

Speaker0: Aber wenn jemand zum Beispiel meine Kinder bedrohen würde, dann würde ich die

Speaker0: körperlich verteidigen.

Speaker0: Das würde, glaube ich, jede Mutter machen. Und genauso ist das in meiner Welt.

Speaker0: Wenn jemand mich körperlich anfasst oder bedroht, dann möchte ich gerne,

Speaker0: dass mein Partner mich auch da verbal bitte gerne als erstes und notfalls auch

Speaker0: körperlich verteidigt.

Speaker0: Und da sind wir, glaube ich, heute in einer Gesellschaft angekommen, in der wir.

Speaker0: Und Männern so viel dieses, ich bin der Beschützer und ich bin der Protector

Speaker0: und ich bin derjenige, der hier verteidigt, in der denen das so abgesprochen

Speaker0: wurde, weil wir nur diese krassen Extreme kennen,

Speaker0: dass sie dann einfach hinter eine scheiß Wand laufen und sich verstecken,

Speaker0: wenn es hart auf hart kommt.

Speaker0: Ich will ja auch nicht sagen, dass der Typ aus dem Video jetzt das Nonplusultra

Speaker0: ist und so ist jeder Mann.

Speaker0: Aber es gibt einfach dem, was ich so wahrnehme, viel zu viele da draußen,

Speaker0: die überhaupt nicht mehr in ihrer richtigen, guten Männlichkeit unterwegs sind,

Speaker0: sondern im Grunde da in so ein Schema gepresst werden, wo sie,

Speaker0: und das würdest du früher, würde man sagen, der ist eine Pussy.

Speaker0: Ich liebe ja das Wort Pussy, als eine schöne Form des weiblichen Geschlechts.

Speaker0: Deswegen mag ich es nicht als Abwerten für einen Mann benutzen.

Speaker0: Aber das ist das, was man früher gesagt hätte. Hätte man gesagt,

Speaker0: das ist aber jetzt eine Pussy, weil der sich jetzt eben da nicht hinstellt und

Speaker0: sagt, pass mal auf, fass meine Frau nicht an oder hey, ich verteidige hier jemanden.

Speaker0: Und da merke ich einfach so, dass dieser Trend in die Richtung femininer Mann,

Speaker0: wie es heute oft gesagt wird, etwas ist, wo ich null mitgehe.

Speaker0: Und das ist alles schön für alle, die das da draußen wollen und die da drauf stehen.

Speaker0: Aber ich finde, es darf eine gesunde Männlichkeit sein, die nicht auf dem einen

Speaker0: Extrem ist, sexistisch, scheiße über Frauen zu reden, abwertend über Frauen

Speaker0: zu reden und sie auch so zu behandeln, respektlos.

Speaker0: Aber in meiner Welt gibt es noch was zwischen den Männern, die dann sich einfach

Speaker0: genauso verhalten wie Frauen und sich wegducken und gar nichts, ja.

Speaker0: Gar nichts nach außen hin zeigen, sondern in meiner Welt gibt es eine gesunde

Speaker0: Männlichkeit in der Mitte.

Speaker0: Und das ist ein Mann, der Respekt hat.

Speaker0: Das ist ein Mann, der aber auch Respekt einfordert. Das ist ein Mann,

Speaker0: der eine Stärke ausstrahlt, emotional sowie körperlich.

Speaker0: Und der darf auch Schwäche zeigen, aber nicht in dem Moment,

Speaker0: wo mich jemand anderes angreift oder nicht in dem Moment, wo es drauf ankommt.

Speaker0: Ja, in einem geschützten Raum, zu Hause, sehr gerne.

Speaker0: Und auch gerne vor seinen Freunden und keine Ahnung was. Aber nicht in dem Moment,

Speaker0: wo. Das ist ja genauso wie ich als Mama.

Speaker0: Natürlich habe ich schwache Momente als Mama, wo ich Schwäche zeige,

Speaker0: wo ich meinen Kindern gegenüber zeige, dass ich weine.

Speaker0: Aber wenn jemand jetzt da stehen würde, meine Kinder angreifen würde,

Speaker0: dann würde ich ja nicht sagen, oh mein Gott. Dann würde ich sagen,

Speaker0: so, pass mal auf, du Arschloch.

Speaker0: Da ist die Tür und Schiss. In dem Moment gehe ich in den Modus, okay, hier, bam.

Speaker0: Und das ist für mich ein, wo ist die Mitte?

Speaker0: Wo können wir die Mitte finden, dass ein Mann trotzdem noch die Qualitäten haben

Speaker0: davon, ich bin der Protector, ich bin der Beschützer und ich habe diese Stärke

Speaker0: und ich habe dieses Standing und ich darf das auch zeigen.

Speaker0: Und ich habe das Gefühl, dass wir heutzutage so viel den Männern das absprechen,

Speaker0: dass sie überhaupt nicht mehr in diese Stärke gehen dürfen, in dieses Protecten

Speaker0: gehen dürfen, weil wir so sagen, können wir alles alleine? Brauchen wir dich nicht für?

Speaker0: Ja, ich kann mir auch selber Pfefferspray in meine Tasche tun und einen Baseballschläger mitnehmen.

Speaker0: Und dann könnte ich notfalls auch jemandem selber eins über den Deckel geben.

Speaker0: Wie gesagt, kommt ja super selten mal vor. In den meisten Fällen nie im Leben.

Speaker0: Aber man kann ja trotzdem mal tendenziell als was wäre denn wenn betrachten.

Speaker0: Aber ich möchte das nicht. Ich möchte gerne jemanden an meiner Seite haben, der stark ist und stark.

Speaker0: Ich persönlich, und ich werde dazu auch noch ein paar Folgen machen,

Speaker0: stehe total auf dieses, er darf die Stärke zeigen nach außen hin und ich darf die Weichheit zeigen.

Speaker0: Das heißt nicht, dass wir beide nicht auch mal zu Hause die Rollen vertauschen

Speaker0: können und ich bin super stark und ich organisiere und ich strukturiere und

Speaker0: ich mache. Und er darf weich sein und er darf weinen und er darf seine Gefühle zeigen. Natürlich.

Speaker0: Aber es geht mir darum, was ist die grundlegende Energie.

Speaker0: Und in meiner Welt darf ein Mann eine Stärke zeigen und ein Standing haben und

Speaker0: den Respekt einfordern von anderen und den Respekt selber auch zeigen.

Speaker0: Und das ist etwas, wo ich das Gefühl habe, dass wir heutzutage in der Gesellschaft

Speaker0: total, und ich weiß, auch mit diesem Wort werde ich mich in die Nässe setzen, verweichlichen.

Speaker0: Wir verweichlichen aber diese Männlichkeit so sehr, weil wir im Grunde das auch

Speaker0: wieder gleich machen wollen wie die Frau.

Speaker0: Wir wollen den Mann machen wie die Frau und die Frau machen wie den Mann.

Speaker0: Aber das funktioniert in meiner Welt nicht. In meiner Welt funktioniert das

Speaker0: nicht, weil das sind einfach zwei unterschiedliche Energien.

Speaker0: Und jeder hat die eine und die andere.

Speaker0: Aber wir können doch nicht aus Männern bessere Frauen machen und aus Frauen bessere Männer machen.

Speaker0: Weil dann stehst du da in scheiß Kolumbien und hast einen Mann,

Speaker0: der hinter die Ecke hüpft, wenn dich jemand angreift.

Speaker0: Gut, wer Bock darauf hat, go for it. Ja, ich glaube, die meisten,

Speaker0: die darauf stehen würden, würden jetzt auch nicht unbedingt nach Kolumbien fahren.

Speaker0: Aber das war echt so ein Moment, wo ich gedacht habe, oh mein Gott,

Speaker0: wenn ich mir vorstelle, dass dieser Mann aus diesem Video mein Kind wäre.

Speaker0: Das wäre mir peinlich. Das wäre mir peinlich, wenn der sich so versteckt.

Speaker0: Und nicht mal Hilfe ruft, nicht mal irgendwo.

Speaker0: Nee, sorry, dann, wenn du das nicht handeln kannst, fährst du nicht nach Kolumbien.

Speaker0: Also jetzt mal abgesehen davon, wie gesagt, Kolumbien, Venezuela,

Speaker0: die ganzen Länder da unten. Na, nicht so eine geile Idee, wenn man da keine Ahnung von hat.

Speaker0: Dann musst du halt nach Mallorca fahren. Aber auch da kann es sein,

Speaker0: dass da jemand irgendwie ankommt und deiner Freundin die Tasche wegluckst.

Speaker0: Dann solltest du zumindest wissen, das kann ja auch im Schwarzwald passieren,

Speaker0: Dann solltest du zumindest wissen, wie du darauf reagierst.

Speaker0: Und ich möchte gerne aus meinen Kindern, aus meinen Jungs, Kinder machen oder

Speaker0: Männer machen, die Frauen zutiefst respektieren.

Speaker0: Ich bringe denen auch bei, wie gehen sie damit um, wenn eine Frau ihre Tage

Speaker0: hat, zum Beispiel jetzt in der Schule, wenn das losgeht, die Frauen ihre Tage kriegen und so weiter.

Speaker0: Was kannst du machen? Wie kannst du darauf reagieren? Etc.

Speaker0: Und ich will, dass sie da sehr Kontakt zu haben. Und gleichzeitig möchte ich

Speaker0: gerne, dass sie eine Stärke für sich ausstrahlen können.

Speaker0: Für sich und natürlich aber auch irgendwann für die Partnerin oder für den Partner.

Speaker0: Es ist ja auch da, wenn die sich einen Partner aussuchen. Und das ist für mich auch völlig fein.

Speaker0: Aber das hat für mich gar nichts damit zu tun, dass ich finde,

Speaker0: dass eine männliche Energie eine männliche Energie ist und eine weibliche eine weibliche.

Speaker0: Und welche sie dann leben wollen in ihrem Leben und wenn sie sagen,

Speaker0: ich will aber nur die weibliche leben, weil ich mich entschieden habe,

Speaker0: dass ich mich mehr der weiblichen Energie hingezogen fühle und das ist die Energie,

Speaker0: in der ich leben will, okay,

Speaker0: fein, superfein, dann machst du das, dann nimm die Qualitäten,

Speaker0: die eine weibliche Energie hat.

Speaker0: Nur, wenn ein Mann für sich entscheidet, ich will in der männlichen Energie

Speaker0: sein, dann darf er die auch leben.

Speaker0: Und dann darf er die, finde ich,

Speaker0: auch komplett leben. Und nicht so ein verweichlichtes, halbseidendes Ding.

Speaker0: Da sind noch so viele Themen drin, da könnte ich an so vielen Stellen noch ansetzen.

Speaker0: Und du merkst, dass ich da noch viel zu zu sagen habe.

Speaker0: Ich weiß, dass dieses Thema massiv polarisiert, weil da so viel drin ist von

Speaker0: ja, aber, ja, aber, ja, aber. Und ich weiß auch, dass ganz viele hier nicht

Speaker0: mitgehen werden und sagen werden, ja, das sehe ich aber überhaupt nicht so.

Speaker0: Genau diese Verhaltensweise oder genau diese Denkweise führt dazu,

Speaker0: dass Männer in die toxische Maskulinität gehen.

Speaker0: Ich finde, es gibt ein Mittelding. Und es ist völlig okay, wenn du anders denkst.

Speaker0: Wie gesagt, habe ich ja in der letzten Folge schon mal angekündigt,

Speaker0: dass ich hier ein paar mehr Sachen raushauen werde, die vielleicht polarisieren

Speaker0: und die vielleicht nicht so bei jedem ins richtige Ohr sozusagen reinfinden. Das ist auch okay.

Speaker0: Wenn du Lust hast, mir deine Sichtweise darzustellen und deine Meinung zu diesem

Speaker0: Podcast zu sagen, darfst du das natürlich super gerne auf Social Media tun oder

Speaker0: auch bei Spotify direkt in den Kommentaren.

Speaker0: Ich freue mich, wenn wir uns da rege drüber austauschen, weil ich habe das Gefühl,

Speaker0: dass das so ein Thema ist, wo man auch irgendwie das Gefühl hat,

Speaker0: egal was man sagt, man macht es falsch.

Speaker0: Also deswegen habe ich mich, schlängel ich mich auch ganz oft oder habe mich

Speaker0: ganz oft da drum herum geschlängelt, weil ich so dachte, oh,

Speaker0: das fassen wir nicht an, das Thema Männlichkeit, Weiblichkeit,

Speaker0: weil egal, was man da sagt, das ist sowieso immer falsch und irgendwer wird

Speaker0: immer brüllen, aber was ist denn mit den Männern, was ist mit den Frauen,

Speaker0: was ist mit den Nonbinären, was ist mit denen, die sich da nicht identifizieren,

Speaker0: was ist mit den Frauen, die sich als Männer fühlen, was ist mit den Männern,

Speaker0: die sich als Frauen fühlen,

Speaker0: was ist mit denen, die sich als gar nichts fühlen und so weiter.

Speaker0: Ich habe sicherlich nicht alle mit einberechnet in diesem Beispiel heute und

Speaker0: es war einfach etwas, was aus mir raus wollte und unbedingt mal geteilt werden

Speaker0: möchte, weil es mich einfach tatsächlich ein bisschen geschockt hat,

Speaker0: dieses Video neulich zu sehen.

Speaker0: Ich bin sehr gespannt, was du darüber denkst und lass mir doch super gerne deinen

Speaker0: Kommentar dazu da oder auch gerne eine Bewertung für diesen Podcast.

Speaker0: Ich wünsche dir einen wunderschönen Tag und wir hören uns hier nächste Woche

Speaker0: wieder, wenn du magst. Bis dann. Ciao, ciao.

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