#26 Self-pleasure

Shownotes

Self-Pleasure. Alle machen es. Kaum jemand redet drüber. Und fast alle machen es so, als müsste es schnell gehen, leise sein und niemand darf es mitkriegen. Ich erzähle in dieser Folge, warum ich genau davon weg will. Warum Self-Pleasure für mich nichts mit bloßem Druckabbau oder schneller Solo-Nummer zu tun hat, nur weil gerade niemand für ein anständiges Nümmerchen zur Verfügung steht. Sondern mit Genuss. Mit Neugier. Mit einem echten Kontakt zum eigenen Körper. Ich spreche darüber, warum viele Frauen gar nicht wissen, was sie wirklich mögen, weil sie es nie ohne Erwartung erforscht haben. Warum Self-Pleasure kein Ersatz für Sex ist, sondern die Basis für erfüllende Sexualität. Und warum Lust nicht weniger wird, wenn du sie dir selbst schenkst, sondern mehr. Viel mehr! Wenn du wissen willst, warum Self-Pleasure für mich eher Meditation als Masturbation ist und warum genau das dein Sexleben komplett verändern kann, dann hör rein.

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Speaker0: Willkommen, willkommen zu dieser neuen Folge. Bist du bereit für diese Folge?

Speaker0: Ich hoffe ja, denn sie geht um Self-Pleasure.

Speaker0: Vorneweg, wenn du Teil meiner Familie bist oder mich irgendwie anderweitig von

Speaker0: früher kennst, bitte hör weg.

Speaker0: Musste kurz gesagt sein. Nein.

Speaker0: Also, ihr Lieben, das Thema ist so, so wichtig und trotzdem immer noch ein Tabu.

Speaker0: Ich weiß nicht, ob man dazu sagen kann, dass es ein Tabu ist,

Speaker0: aber es ist nicht so, dass es total geläufig ist. Ich setze mich da nicht hin

Speaker0: und spreche mit meinen Freunden über Selbstbefriedigung, über Self-Pleasure.

Speaker0: Das ist kein Thema, was, ja, vielleicht spreche ich mal über,

Speaker0: ich habe mir den Satisfyer gekauft oder keine Ahnung was, aber so jetzt irgendwie

Speaker0: etwas mehr in Details zu gehen.

Speaker0: Es gibt bestimmt da draußen Frauen, die das miteinander teilen und ich glaube,

Speaker0: in vielen Freundinnengruppen ist das nicht normal.

Speaker0: Und nächstes Thema, wie normal ist es in einer Partnerschaft über Self-Pleasure zu sprechen?

Speaker0: Auch da eigentlich eher so ein Thema, und ich gehe jetzt mal aus meiner,

Speaker0: ich kann ja immer nur aus meiner Erfahrung gehen, ich bin ja nicht in den anderen

Speaker0: Schlafzimmern dabei, von anderen ja Gott sei Dank nicht,

Speaker0: aber da ist es eigentlich auch bislang, was ich erlebt habe,

Speaker0: immer eher so ein Thema gewesen von...

Speaker0: Wenn du jetzt dich selbst befriedigst, heißt das, dir fehlt was in unserer Partnerschaft?

Speaker0: Also so, ja, jetzt hat er sich einen runtergeholt, weil er keinen Bock auf mich hatte?

Speaker0: Oder war mal der Mähnebescheid gesagt, ja, vielleicht mal, wenn der andere nicht

Speaker0: da ist. Und dann sagt der eine Partner, hey, ich hatte eine schöne Zeit mit mir selber so ungefähr.

Speaker0: Oft aber auch andersrum gesehen eher was, wo ich sagen würde,

Speaker0: wenn ich das zum Beispiel gemacht habe,

Speaker0: weil mein Partner nicht da war oder so, hätte ich das jetzt nicht dem danach

Speaker0: erzählt, der gesagt hat, ich habe jetzt hier heute krass schöne Zeit mit mir

Speaker0: gehabt, ein bisschen Self-Pleasure gemacht.

Speaker0: Ja, also ist schon auf jeden Fall noch ein Thema, was nicht so salonfähig ist, würde ich sagen,

Speaker0: wo jetzt so im offenen Diskurs quasi nicht wahnsinnig viel drüber gesprochen

Speaker0: wird. Ist aber etwas, was ich finde, was unfassbar wichtig ist.

Speaker0: Und deswegen habe ich mir gedacht, dann rede ich doch heute mal drüber.

Speaker0: Also vorneweg, ich mag das deutsche Wort Selbstbefriedigung überhaupt nicht. Warum nicht?

Speaker0: Weil es sich anhört, als wenn ich mich befriedigen muss, also etwas,

Speaker0: einen Trieb oder ein Verlangen in mir befriedigen muss. Und wenn das befriedigt ist, dann ist es gut.

Speaker0: Ich mag ja viel mehr das englische Wort Self-Pleasure.

Speaker0: Weil es doch darum geht, dir selber Genuss zu geben, dir selber Lust zu geben

Speaker0: und das ist genau das, was Self-Pleasure ausdrückt.

Speaker0: Also, werdet ihr mich hier wahrscheinlich immer das englische Wort benutzen,

Speaker0: hören, weil ich das, wie gesagt, überhaupt nicht mag, wenn das Deutsch da ist.

Speaker0: Warum finde ich es so wichtig, darüber zu sprechen? Ich finde,

Speaker0: das geht schon damit los, dass jede sexuelle, also die meisten sexuellen Erfahrungen von,

Speaker0: ich sage jetzt mal Teenies, weil da ist meistens das, wenn die Sexualität losgeht,

Speaker0: wenn die sexuelle Lust das erste Mal auftaucht.

Speaker0: Und bei den meisten wird die erste sexuelle Erfahrung eine mit dir selber sein,

Speaker0: also eine Self-Pleasure-Erfahrung.

Speaker0: Ganz viel ja auch sogar schon unterbewusst, also ich weiß, dass es ganz viele,

Speaker0: gerade kleine Mädchen gibt, aber Jungs ja auch,

Speaker0: die irgendwann entdecken, dass es sich schön anfühlt, wenn sie sich zwischen

Speaker0: den Beinen berühren, wenn sie ihre Klitoris berühren.

Speaker0: Das hat in der Phase meistens noch nicht was wirklich Sexuelles,

Speaker0: aber es ist so ein Gefühl von, oh, das ist schön.

Speaker0: Und da finde ich schon mal das Erste ganz wichtig, dass die Kinder dann nicht

Speaker0: beschämt werden, dass da nicht so, oh Gott, oh mein Gott.

Speaker0: Und natürlich ist es gleichzeitig so ein bisschen der Grad zwischen,

Speaker0: okay, wie mache ich klar, dass das was Schönes ist und dass das auch total gerne

Speaker0: gemacht werden darf, aber nicht unbedingt in der Öffentlichkeit,

Speaker0: wenn man irgendwo sitzt und, keine Ahnung, 20 Fremde drumherum stehen.

Speaker0: Das ist ja was, das möchtest du nicht, dass dein Kind das tut.

Speaker0: Und genauso wie wenn kleine Jungs anfangen, ihren Penis in die Hand zu nehmen und irgendwie ...

Speaker0: Ich habe das jetzt noch nicht so beobachtet, dass die dann merken,

Speaker0: dass sich das gut anfühlt.

Speaker0: Das ist wahrscheinlich auch irgendwie, weiß ich nicht, vielleicht machen sie

Speaker0: das dann ... Die haben ja natürlich keine persönlichen Erfahrungen mit,

Speaker0: weil ich ja keinen Penis habe.

Speaker0: Aber zumindest ... Auf jeden Fall ja irgendwann dieses Gefühl hochkommt von,

Speaker0: was mache ich, was passiert denn da eigentlich mit mir?

Speaker0: Irgendwann wird der steif, irgendwann kommt da Flüssigkeit raus,

Speaker0: irgendwann kommt da, ich habe morgens eine, wie nennt man das im Deutschen,

Speaker0: so schön Morgenlatte, auch kein schönes Wort.

Speaker0: Wie kann man das denn denn schön ausdrücken? Morgenständer ist genauso unschön.

Speaker0: Naja, also, weiß ich nicht. Und wie hat die deutsche Sprache für all diese sexuellen

Speaker0: Begriffe keine schönen, aber

Speaker0: da fällt mir jetzt auch gerade kein schöner englischer Begriff ein. Egal.

Speaker0: Auf jeden Fall finde ich das ganz wichtig, dass da schon angefangen wird,

Speaker0: dass den Kindern kein schlechtes Gewissen, kein, oh, das ist eklig,

Speaker0: ja, oder das ist Sünde, ja, was früher teilweise gesagt wurde und so weiter,

Speaker0: dass das nicht den Kindern eingebläut wird.

Speaker0: Ich glaube, da sind wir uns sowieso alle einig, die jetzt diesen Podcast hören wahrscheinlich.

Speaker0: Und deswegen finde ich das Thema so wichtig, weil es etwas ist,

Speaker0: was, glaube ich, jeder Heranwachsende mit sich selber irgendwann entdeckt.

Speaker0: Irgendwann entdeckst du, was fühlt sich gut an. Und wenn du gelernt hast,

Speaker0: dass es okay ist, dich anzufassen, wenn du gelernt hast, dass es okay ist,

Speaker0: da neugierig zu sein und das rauszufinden, dann wirst du das natürlich auch

Speaker0: weitermachen und wirst dann merken,

Speaker0: okay, was gefällt mir, wo fühle ich mich wohl, was fühlt sich gut an,

Speaker0: was passiert eigentlich mit meinem Körper?

Speaker0: Aber ich weiß, dass ich mich unfassbar doll erschrocken habe,

Speaker0: als ich das allererste Mal mich self-pleasured habe und dann so gezuckt habe beim Orgasmus.

Speaker0: Ich weiß, dass ich damals gedacht habe, oh mein Gott, was ist mit mir los? Warum ist das normal?

Speaker0: Weil ich natürlich nicht wusste, ist das normal. Heutzutage haben die Kinder

Speaker0: ein bisschen früher, glaube ich, oder deutlich mehr Zugriff auf alles Mögliche an Social Media usw.

Speaker0: Das wollen wir vielleicht alles gar nicht. Ich hatte ja meine Infos damals aus

Speaker0: der Bravo. Und da stand jetzt nicht unbedingt drin.

Speaker0: Ja, wenn du dann total zuckst, dann ist das cool. Ich hoffe,

Speaker0: dass das heute überall steht.

Speaker0: Das war irgendwie damals, als ich jung war, noch nicht ganz so offen und frei.

Speaker0: Bin ich ja sehr froh, dass sich das doch durchaus auch heute verändert und da

Speaker0: deutlich mehr drüber auch geschrieben wird in Jugendzeitschriften oder auch

Speaker0: irgendwie auf den Plattformen, auf denen sich Jugendliche hoffentlich bewegen.

Speaker0: Aber das ist zum Beispiel was, was ich finde, wo oft Unsicherheit herrscht,

Speaker0: weil du natürlich, wenn du gerade heranwachsend bist, wenn du dich gerade kennenlernst,

Speaker0: dein Körper gerade kennenlernst, du weißt ja nicht, was ist normal,

Speaker0: was ist nicht normal. Du hast das ja auch noch nicht abgeglichen mit deinen Freundinnen.

Speaker0: Zuckst du auch so viel? Zuckst du gar nicht? Oder ist das normal, dass du zuckst?

Speaker0: Und dann da auch überhaupt drüber zu sprechen, ist natürlich auch was,

Speaker0: was für Jugendliche sicherlich super unangenehm ist. Ist ja für die meisten

Speaker0: Erwachsenen schon unangenehm.

Speaker0: So, und dann gehen wir mal weiter ins Erwachsenenalter, weil das dann,

Speaker0: ja, wie gesagt, auch irgendwie so ein bisschen immer noch was ist,

Speaker0: was so, ich mach das heimlich, dass mich keiner erwischt.

Speaker0: Das kommt natürlich auch noch aus der Zeit dann, wo wir vielleicht als Jugendliche

Speaker0: dann irgendwie noch nicht, dass jetzt Muddy und Faddy reinkommen,

Speaker0: ja, oder ein Geschwisterkind oder was weiß ich wer.

Speaker0: Und ich finde es so wichtig, dass wir das mehr als etwas sehen,

Speaker0: was ein ganz wichtiger Bestandteil davon ist, dass du eine erfüllte Sexualität in deinem Leben hast.

Speaker0: Und wenn wir uns mal klar machen, Sexualität ist einfach ein wichtiger Teil des Lebens.

Speaker0: Sexualität ist das, wie du später Kinder bekommen wirst, weil das funktioniert nicht ohne Sexualität.

Speaker0: Theoretisch schon, aber wir wollen jetzt nicht in die künstlichen Geschichten einsteigen.

Speaker0: Und das ist einfach auch ein ganz essentieller Teil einer Partnerschaft und einer Beziehung.

Speaker0: Und weil das so normal für jeden ist, beziehungsweise weil das so,

Speaker0: also ich rede jetzt nicht über Selbstbefriedigung normal, sondern weil es so normal ist,

Speaker0: Sexualität irgendwann zu erleben mit deinem Partner, sollte es auch total normal

Speaker0: sein, selbst Self-Pleasure zu erleben,

Speaker0: Um rauszufinden, was mag ich überhaupt, was mag ich nicht.

Speaker0: Da habe ich in der letzten Folge drüber gesprochen, deswegen mache ich diese

Speaker0: Folge nochmal als extra Einzelfolge, nur über Self-Pleasure.

Speaker0: Self-Pleasure ist der einzige Weg.

Speaker0: Kann ich das so sagen? Self-Pleasure ist wahrscheinlich nicht der einzige Weg.

Speaker0: Du kannst es auch über Sexualität rausfinden, wenn du einen Partner hast,

Speaker0: der wirklich gut weiß, was er tut und wirklich an jeder Ecke sozusagen nachschaut

Speaker0: und du hast den besten Lover ever.

Speaker0: Ja, aber Self-Pleasure ist ein sehr guter Weg, um rauszufinden,

Speaker0: was du magst und was sich für dich überhaupt gut anfühlt und wozu dein Körper

Speaker0: überhaupt in der Lage ist und wozu er vielleicht auch heute mal nicht in der Lage ist.

Speaker0: Und dann kannst du das auf die Sexualität übertragen. Aber wir meinen irgendwie immer.

Speaker0: Also Sexualität kommt irgendwie komplett ohne Anleitung in die meisten Fällen.

Speaker0: Also weiß ich nicht, wer da mal eine Anleitung kriegt, wie das so richtig zu funktionieren hat.

Speaker0: Und wo du jetzt genau für dich selber weißt, was dich antörnt,

Speaker0: wo du genau das findest, was dein Partner antörnt.

Speaker0: Wir meinen aber irgendwie immer so, es muss dann irgendwie automatisch klappen.

Speaker0: Ich glaube, jedem von uns ist klar, Wenn ich da mit meinen Freunden drüber rede,

Speaker0: ist das auch so total logisch.

Speaker0: Jeder sagt irgendwie so von seinem ersten Mal war ja natürlich nicht gut,

Speaker0: weil ist ja logisch, ist das erste Mal für dich vielleicht, ist es sogar das

Speaker0: erste Mal für den Partner.

Speaker0: Wie soll das jetzt ein Feuerwerk der Gefühle werden, wenn keiner so richtig

Speaker0: weiß, was er da tut und ist für alle Neuland?

Speaker0: Logisch, das ist uns total klar.

Speaker0: Jetzt kommt aber dazu, wenn du weißt, was du magst, weil du dich selber erforscht,

Speaker0: weil du Self-Pleasure machst,

Speaker0: jetzt kannst du in einer Partnerschaft, in einer sexuellen Beziehung,

Speaker0: in welcher Art auch immer.

Speaker0: Kannst du doch dafür sorgen, dass das, was du magst, dass das der andere auch weiß, was du magst.

Speaker0: Oder dass du das überhaupt weißt.

Speaker0: Weil, ich glaube, so viele Frauen da draußen haben Sex, ohne zu wissen,

Speaker0: was sie überhaupt mögen. Dann

Speaker0: faken sie einen Orgasmus und dann finden sie niemals raus, was sie mögen.

Speaker0: Oder sie denken sich, ich kann sowieso nur, wenn ich es mir selber besorge oder

Speaker0: nur, wenn ich einen Vibrator habe oder was weiß ich.

Speaker0: In meiner Welt ist das aber einfach der Fall, weil wir nicht wirklich neugierig

Speaker0: auf unseren Körper sind, weil wir vielleicht eine Scham empfinden,

Speaker0: weil wir vielleicht denken, oh Gott, das sollte ich nicht tun.

Speaker0: Und weil wir nie wirklich rausgefunden haben, hey, was mag mein Körper denn,

Speaker0: worauf reagiert der denn?

Speaker0: Und natürlich gibt es viele Sachen, die wir auch im Zusammenspiel mit dem Partner

Speaker0: erst entdecken, weil wir vielleicht vorher gar nicht wussten,

Speaker0: dass wir da drauf stehen und das selber nie ausprobiert hätten,

Speaker0: weil wir sagten, nee, das finde ich total, nee, kann ich mir nicht vorstellen.

Speaker0: Aber Self-Pleasure ist deswegen so essentiell. Und ich glaube auch immer noch

Speaker0: heute, dass das nach wie vor noch mehr unter Männern akzeptiert ist,

Speaker0: auch zum Beispiel darüber zu reden als unter Frauen.

Speaker0: Wenn Männer sagen, ich habe mir da einen Rudder geholt, ist das so, ja, okay, cool.

Speaker0: Wie viele Frauen reden denn miteinander darüber, dass sie es geselfpleasured haben?

Speaker0: Also wie gesagt, ich kann immer nur von meiner Welt, es gibt natürlich da draußen

Speaker0: ganz andere Welten und ganz andere Freundschaften und so weiter,

Speaker0: die jetzt wahrscheinlich sagen,

Speaker0: hä, verstehe ich nicht, das ist total normal, reden wir immer drüber.

Speaker0: Aber bislang irgendwie so in allen Gruppen, in denen ich so war,

Speaker0: war das jetzt nicht so gang und gäbe, darüber zu sprechen.

Speaker0: Und ich habe gemerkt, dass es für mich total befreiend ist, darüber zu sprechen

Speaker0: und einfach mal zu sagen, boah, ich glaube, ich muss einfach mal eine Runde

Speaker0: Self-Pleasure an oder ich will gerade mal eine Runde Self-Pleasure an oder auch zu merken,

Speaker0: dass das nicht nur was ist, was und das ist, glaube ich, kommt tatsächlich,

Speaker0: glaube ich, viel aus dem deutschen Sprachgebrauch, was ich machen,

Speaker0: für mich machen muss, in Anführungsstrichen, weil ich mich, damit ich mich befriedigt fühle,

Speaker0: sondern was ich machen will, ganz bewusst und mir vorher schon überlege,

Speaker0: wie geil ich das finden werde, wenn ich das mache, weil es mich entspannt.

Speaker0: Weil es mich total relaxt. Weil es mich endlich aus meinem Kopf rausholt und so weiter.

Speaker0: Also das sind ja alles Sachen, da hätte ich früher überhaupt nicht drüber nachgedacht.

Speaker0: Weil ich habe geself-pleasured, wenn ich diese Lust gespürt habe und halt niemand

Speaker0: da war, mit dem ich diese Lust leben konnte.

Speaker0: Aber dass die mal von selber ansprangen, war jetzt auch nicht so ultra oft.

Speaker0: Und ja, es gibt Phasen, da war die vielleicht mehr und Phasen, da gab es weniger.

Speaker0: Aber wenn ich nichts aktiv dafür tue, dass diese Lust jetzt da ist,

Speaker0: dass die alleine um die Ecke kam, das ist wie gesagt manchmal passiert,

Speaker0: aber jetzt auch nicht, das war jetzt nicht jeden Tag Standard.

Speaker0: Und das kannst du ja mal für dich überprüfen, wie das bei dir so ist.

Speaker0: Aber wenn ich da einfach viel auch mit Frauen drüber spreche,

Speaker0: gerade dann auch in einer Beziehung, da gab es jetzt nicht so viele Momente,

Speaker0: wo ich dachte, boah, da will ich aber jetzt mal alleine hier Hand anlegen.

Speaker0: Da war ich ja froh, wenn ich überhaupt mal irgendwie Lust hatte,

Speaker0: wenn der Partner wollte.

Speaker0: Und heute sehe ich Self-Pleasure so anders und sehe es als etwas ...

Speaker0: Was für mich eher Feuer ist, also wie meine ich das?

Speaker0: Ich habe für mich verstanden oder mit meinem Körper gemerkt,

Speaker0: je mehr ich sozusagen Feuerholz nachlege, desto doller brennt das Feuer.

Speaker0: Je mehr ich mir selber Pleasure gebe über Self-Pleasure, desto mehr Lust habe ich.

Speaker0: Und ich finde das eine spannende Diskussion, weil ich schon mal mit Männern

Speaker0: darüber gesprochen habe und mir der ein oder andere Mann gesagt hat,

Speaker0: dass es bei Männern tatsächlich tendenziell eher andersrum ist.

Speaker0: Dass sie diesen Druck abbauen, den sie manchmal gefühlt haben,

Speaker0: der ist ja jetzt nicht wirklich körperlich.

Speaker0: Es kann sich mal wie ein körperliches Symptom anfühlen, ja.

Speaker0: Aber dass es dann so ist, okay, cool, dann bin ich befriedigt.

Speaker0: Bei Männern ist ja dann auch eine andere Kurve.

Speaker0: Männer können ja, nachdem sie einmal gekommen sind, die meisten zumindest erst

Speaker0: mal für eine Weile nicht mehr weiter Sex haben. während Frauen nach einem Orgasmus

Speaker0: hervorragend auch nochmal können

Speaker0: und nochmal einen Orgasmus haben und auch multiple Orgasmen haben können.

Speaker0: Da unterscheidet sich tatsächlich auch schon die reine Physiologie,

Speaker0: also zu was der Körper überhaupt fähig ist.

Speaker0: Da glaube ich jetzt auch wieder, dass man das natürlich in irgendeiner Art und

Speaker0: Weise trainieren kann, aber das steht jetzt auf einem ganz anderen Blatt,

Speaker0: ob man das überhaupt möchte und so weiter.

Speaker0: Und Männer zum Beispiel nach einem Orgasmus, nach einem Samenerguss in dieses

Speaker0: Müdigkeitstief fallen, was tatsächlich auch nachgewiesen ist,

Speaker0: dass das einfach ein bisschen schläfrig macht und so weiter,

Speaker0: weil der Körper dann einfach in so einen Ruhezustand geht.

Speaker0: Ich zum Beispiel, ich weiß nicht, wie das bei den anderen Frauen ist,

Speaker0: aber ich zum Beispiel als Frau, nachdem ich einen Orgasmus hatte,

Speaker0: ich habe zwar auch so das Gefühl von erschöpft, aber ich könnte danach auch Bäume ausreißen.

Speaker0: Also ich bin danach so, was kostet die Welt? Let's go.

Speaker0: Genau, so, wie bin ich da jetzt drauf gekommen?

Speaker0: Ach so, weil ich das eben so wichtig finde, dass wir ein anderes Bild auf Self-Pleasure kriegen.

Speaker0: Und für mich ist es eben nicht eine Befriedigung von, da habe ich jetzt dieses

Speaker0: Gefühl, da ist die Lust da und dann muss das irgendwie befriedigt werden und

Speaker0: dann ist es auch gut. Ja, dann ist dieser Druck raus und dann kann man so,

Speaker0: sondern für mich ist das ein...

Speaker0: Neugierig sein auf den eigenen Körper, neugierig sein auf was,

Speaker0: was gefällt mir, was turnt mich an und wie kann ich diese Lust in mir selber entfachen,

Speaker0: wie kann ich sie größer machen?

Speaker0: Und natürlich ist es ein wunderschönes Gefühl, wenn dann die Lust irgendwann

Speaker0: gipfelt in den Orgasmus.

Speaker0: Muss aber nicht. Es ist bei mir sowohl beim Sex als auch beim Self-Pleasure

Speaker0: nicht sowas, wo ich sage, das muss dann, weil ich bin ja eher oft so,

Speaker0: dass ich denke, lass es doch noch ein bisschen weitergehen.

Speaker0: Also es ist so schön, ich will ja nicht, dass es endet. So.

Speaker0: Und deswegen sehe ich heute Self-Pleasure als ein Weg, um zu lernen,

Speaker0: was mein Körper mag und ich entdecke da tatsächlich immer wieder neue Sachen

Speaker0: und auch einfach so ein Moment totaler Hingabe und totaler Freude,

Speaker0: totalem Pleasure und es gibt irgendwie wenig andere Sachen, die das gleiche Gefühl mir geben.

Speaker0: Und für mich ist es aber kein, das muss irgendwie aus dem System raus,

Speaker0: sondern es ist ein, wie kriege ich diese Lust ins System rein?

Speaker0: Ja, also es ist irgendwie gefühlt genau der andere Weg.

Speaker0: Und ich fühle mich danach total innerlich glowend, ja, also als wenn ich so

Speaker0: von innen leuchte und als wenn ich einfach so ein, ich bin so verbunden mit mir, ich bin so bei mir.

Speaker0: Für mich ist das wie eine Art Meditation, merke ich gerade, wo ich darüber rede.

Speaker0: Es ist ja auch eine Art Meditation, weil wir uns nur auf eine Sache konzentrieren,

Speaker0: nämlich auf die Lust, auf den Pleasure.

Speaker0: Und es ist irgendwie so ein total meditativer Zustand, weil alles andere in

Speaker0: dem Moment wie ausblendet.

Speaker0: Und für mich blenden sich dann ja alles, was ich an To-Dos habe oder was sonst

Speaker0: zu tun ist, blendet sich in dem Moment komplett aus. Das heißt,

Speaker0: es ist wirklich ein ganz, ganz krasser Fokus auf eine Sache,

Speaker0: nämlich auf meinen Körper und auf die Lust in meinem Körper.

Speaker0: Und das ist etwas, was mir total hilft, ja, tatsächlich wie eine Meditation,

Speaker0: bei mir zu sein und zu mir zu finden.

Speaker0: Und das ist zum Beispiel auch anders, weil früher hätte ich das so ein bisschen,

Speaker0: ich will nicht sagen nebenbei gemacht, aber irgendwie ja auf jeden Fall unter

Speaker0: der Decke abends, wenn keiner guckt so ungefähr und dann,

Speaker0: ja, wie kann ich dann schnell da hinkommen?

Speaker0: Und heute, ach, genieße ich das auch mal, so erotische Geschichten zu hören

Speaker0: oder ich höre ja immer Quinn, das ist wie Fantasy, das ist, glaube ich, die deutsche Variante.

Speaker0: Und Queen ist die amerikanische oder englische Variante, wo es einfach so erotische

Speaker0: Audios gibt. Finde ich total geil.

Speaker0: Finde ich total toll, darüber meiner Fantasie ein bisschen Futter zu geben.

Speaker0: Ja, oder auch Bücher zu lesen, wo ich sage, ach, die sind unturned,

Speaker0: das fühle ich irgendwie. Dann habe ich das...

Speaker0: Ja, diese Einladung, ich will nicht sagen Bedürfnis, weil es ist ja nicht nur

Speaker0: ein Bedürfnis, sondern es ist eine Einladung zu sagen, wie kann ich mich jetzt

Speaker0: mit mir selber entspannen, wie kann ich mir ganz viel Freude und Pleasure bereiten.

Speaker0: Und ich finde, das ist etwas, wo wir viel, viel offener darüber sprechen dürfen

Speaker0: und sagen dürfen, ja, natürlich mache ich das, natürlich mache ich das.

Speaker0: Wie soll ich denn sonst wissen, was mir gefällt?

Speaker0: Wie soll ich denn sonst diese totale Hingabe fühlen für mich?

Speaker0: Für mich ist das zum Beispiel auch ein riesiger Lernprozess,

Speaker0: diese Hingabe zu fühlen.

Speaker0: Also für jede Frau da draußen, die Schwierigkeiten hat, sich hinzugeben,

Speaker0: Schwierigkeiten hat, den Kopf auszuschalten, Schwierigkeiten hat,

Speaker0: wirklich komplett bei sich zu sein.

Speaker0: Self-Pleasure ab jetzt, jeden Tag. Das ist so ein krasses Übungsfeld für Hingabe.

Speaker0: Und gerade beim Selbermachen merkst du, wo du Kontrolle festhältst.

Speaker0: Und wo du denkst, na, sind wir jetzt schon so weit?

Speaker0: Kommt jetzt da an? Weil es ist oft so wie so ein Race zum Orgasmus.

Speaker0: Das ist so crazy, das habe ich, glaube ich, auch schon mal gesagt.

Speaker0: Dass Männer immer so versuchen, irgendwie vom Orgasmus wegzulaufen.

Speaker0: Nach dem Motto, noch nicht jetzt, noch nicht jetzt, noch nicht jetzt.

Speaker0: Und für uns Frauen ist das wie so ein Rennen zum Orgasmus hin.

Speaker0: Wann kommt der denn? Wann kommt der denn? Wann kommt der denn jetzt gleich?

Speaker0: Ich darf jetzt nichts Falsches sagen, machen oder mich irgendwie falsch bewegen, sonst ist er weg.

Speaker0: Und dass das aufhört, das zu sein, sondern dass es einfach so ein,

Speaker0: ich habe zum Beispiel früher niemals den Rest meines Körpers berührt während des Self-Pleasures.

Speaker0: Das war so, da ist der Fokus, hin da, also Klitoris und nichts anderes und bumm.

Speaker0: Und heute nehme ich mir ganz viel Öl, Öl in meinen Körper ein,

Speaker0: creme mich ein, fasse mich an. Ich will ja das irgendwie alles.

Speaker0: Also ich will mir ein grundum schönes Erlebnis machen und das ist kein Rennen.

Speaker0: Und das hat sich zum Beispiel extrem verändert.

Speaker0: Und ich weiß gar nicht, wo dieses Rennen vorher herkam, aber es war irgendwie

Speaker0: so, ich mache das ja aus einem Zweck.

Speaker0: Das hat ja ein Ziel. Und das Ziel ist der Orgasmus.

Speaker0: Und davon wegzukommen und zu sagen, nee, das Ziel ist gar nicht der Orgasmus,

Speaker0: das Ziel ist der Pleasure, den ich dabei habe.

Speaker0: Das gilt für mich für alles. Das gilt für mich für Sex, genauso wie für Self-Pleasure.

Speaker0: Das Ziel ist der Pleasure, den ich dabei habe. Und wenn der in einem Orgasmus

Speaker0: gipfelt, yes, give it to me, please.

Speaker0: Es ist aber nicht das, da muss ich hinrennen.

Speaker0: Ja, so, ich glaube, das ist erst mal das Wichtigste, was ich zum Thema Self-Pleasure sagen wollte.

Speaker0: Und es ist übrigens eine hervorragende Sache, wenn man das auch einfach mal

Speaker0: schon direkt morgens macht. Oder mittags, wenn man kann.

Speaker0: Oder wann auch immer. Auf jeden Fall mal wann anders als sonst. Anders als abends.

Speaker0: Dusche morgens. Hervorragende Möglichkeit. Ein bisschen früher aufstehen als die anderen.

Speaker0: Einfach mal gucken, was du anders machen kannst ab jetzt.

Speaker0: Und wie du dich tatsächlich noch besser kennenlernst. Und ich schwöre dir,

Speaker0: wenn du regelmäßig Self-Pleasure hast, du wirst das so krass in deiner Partnerschaft merken.

Speaker0: Also da könnte ich Bücher zufüllen.

Speaker0: Definitiv, das macht einen riesigen Unterschied. Und du merkst es auch in deinem gesamten Sein.

Speaker0: Du merkst es auch über den Tag. Du merkst es dir an deiner Haltung an und an

Speaker0: allem, weil du dir erlaubst.

Speaker0: Und der ist, glaube ich, so wichtig. Du dir erlaubst, Pleasure zu fühlen, so oft, wie du kannst.

Speaker0: In diesem Sinne, erlaube dir, Pleasure zu fühlen, so oft, wie du kannst.

Speaker0: Hab eine wundervolle Woche. Wir hören uns hier nächstes Mal wieder. Ciao, ciao.

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