#29 Warum es gefährlich ist, Intimität zu vermeiden
Shownotes
In dieser Folge spreche ich über etwas, das ich selbst viel zu lange nicht verstanden habe, obwohl es mitten in meiner Beziehung passiert ist. Vielleicht kennst du diese Situation: Du willst eigentlich Nähe. Du willst diesen Kuss, diese Umarmung, dieses Gefühl von wir zwei gegen den Rest der Welt. Und gleichzeitig merkst du, wie du innerlich schon einen Schritt zurückgehst. Du hältst den Kuss kürzer, du löst die Umarmung schneller, du drehst dich ein kleines Stück weg. Nicht, weil du deinen Partner nicht willst, sondern weil du genau weißt, worauf es hinauslaufen könnte. In deinem Kopf läuft längst der Film: Wenn ich das jetzt zulasse, will er gleich mehr. Und ich habe gerade keine Lust auf Sex. Also ziehe ich mich lieber vorher zurück. Was dabei passiert, ist viel größer, als wir denken. Du vermeidest nicht nur Sex. Du vermeidest Nähe. Und das ist der Punkt, an dem es gefährlich wird.
Denn dein Partner spürt dieses Zurückweichen. Während du gleichzeitig denkst: Ich will dir nahe sein, ich will nur nicht wieder in diese Situation kommen, in der ich Nein sagen muss. Und so entsteht dieser leise Kreislauf aus Druck und Rückzug, aus Sehnsucht und Frust. Und beide entfernen sich Schritt für Schritt voneinander, obwohl sie sich eigentlich genau das Gegenteil wünschen. Ich nehme dich in dieser Folge mit in genau diese Dynamik. Ich erzähle dir, wie ich selbst angefangen habe, Intimität zu vermeiden, obwohl ich sie mir gewünscht habe, und warum das langfristig mehr kaputt macht, als ein ehrliches Nein es je könnte.
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https://claudiaengel.de/links/ Ich freu mich auf dich.
Transkript anzeigen
Speaker0: Hallo und herzlich willkommen hier zu einer neuen Folge von Pleasure.
Speaker0: Ich freue mich wie immer sehr, dass du dabei bist.
Speaker0: Mach es dir gemütlich, lehn dich zurück, nimm dir einen Kaffee oder Tee und
Speaker0: lass uns ein bisschen Zeit miteinander gemeinsam verbringen und über Pleasure
Speaker0: sprechen und schöne Dinge.
Speaker0: Und ich möchte mit dieser Folge hier so ein bisschen da ansetzen,
Speaker0: wo ich letzte Woche aufgehört habe, beziehungsweise nochmal einen ganz wichtigen
Speaker0: Aspekt reingeben, auf den ich letzte Woche nicht so im Detail eingegangen bin.
Speaker0: Die letzte Folge ging ja um das Thema Sex nur ihm zuliebe.
Speaker0: Und mir geht es heute um das Thema Intimität vermeiden und um ein paar Mechanismen,
Speaker0: die wir da machen und die ich von mir selber auch kenne und die ich ganz schwierig finde,
Speaker0: und die mir eigentlich erst jetzt im Nachhinein so richtig krass bewusst geworden sind.
Speaker0: Und deswegen möchte ich das super gerne mit dir teilen. Ich habe ja letzte Woche
Speaker0: davon gesprochen, dass eben in vielen gerade langjährigen Partnerschaften das
Speaker0: Thema ist, dass einer von beiden mehr Sex möchte als der andere.
Speaker0: Und das in vielen Fällen, die ich erzählt bekommen habe, die ich mitbekommen
Speaker0: habe, der Mann ist, der mehr Sex möchte als die Frau.
Speaker0: Und da ist ein Effekt davon und auf den möchte ich heute eingehen,
Speaker0: den ich super gefährlich finde tatsächlich.
Speaker0: Und das klingt jetzt so dramatisch, aber du wirst gleich verstehen, was ich damit meine.
Speaker0: Wenn du der Intimität aus dem Weg gehst und so sehr vermeidest,
Speaker0: dass du damit dir selber schadest. Was meine ich damit?
Speaker0: Ich gebe mal ein Beispiel und ich kann das wie gesagt, das sind alles Dinge,
Speaker0: die ich auch selber erfahren und selber erlebt habe.
Speaker0: Und da glaube ich, dass sich da viele mit identifizieren können.
Speaker0: Es gibt eben manchmal so Situationen, wo du schon genau weißt,
Speaker0: was dein Partner vorhat.
Speaker0: Also, es gibt manchmal einen bestimmten Gesichtsausdruck, manchmal einen bestimmten
Speaker0: Move oder keine Ahnung was, wo du weißt, ah, jetzt möchte der Partner später
Speaker0: gerne Sex oder jetzt Sex, ja, je nachdem, wo ihr gerade seid.
Speaker0: Also, du kennst ja auch deinen Partner irgendwann, ja, und dann ist das manchmal
Speaker0: so dieses, okay, keine Ahnung, er kommt in der Küche angeschlichen und legt
Speaker0: seine Hand auf deinen Po oder um deine Taille, küsst dich, wie auch immer,
Speaker0: was ja auch total nette und schöne Gesten sind, ja.
Speaker0: Manchmal ist das vielleicht auch ein bestimmter Gesichtsausdruck, wenn er dich anguckt.
Speaker0: Oder manche Männer sind auch einfach total bluntly, wie sagt man das auf Deutsch,
Speaker0: einfach gerade raus und sagen, hey, wollen wir später.
Speaker0: So, das sind ja, also es gibt sozusagen ja Indikatoren dafür,
Speaker0: dass ein Mann Sex möchte.
Speaker0: Und ich, oder? Immer. Immer rede ich von einer Partnerschaft und einvernehmlich.
Speaker0: Also wir reden hier nicht von, wenn irgendwer in der Bar dich aufreißt und sagt,
Speaker0: hey Baby, wollen wir mal so.
Speaker0: Das ist aber nochmal eine ganz andere Nummer. Aber ich glaube,
Speaker0: ich gehe davon aus, dass ihr das wisst, dass ich da jetzt gerade von Partnerschaften spreche.
Speaker0: Wo das ja auch erstmal das grundsätzlich gute Recht eines Partners ist,
Speaker0: zu sagen, hey, ich will dich berühren, ich will dich küssen,
Speaker0: der muss er ja nicht jedes Mal fragen.
Speaker0: Ja, ihr seid zusammen, seid in einer Beziehung, natürlich darf der dich küssen.
Speaker0: Es kommt dann immer mal wieder, und das haben mir auch ganz viele Frauen berichtet,
Speaker0: und das kenne ich auch aus meiner eigenen Erfahrung,
Speaker0: zu spannenden Situationen, wenn nämlich der Partner dann anfängt,
Speaker0: keine Ahnung, dich zu küssen oder irgendwas, und du dann schon denkst,
Speaker0: ich weiß, worauf das hinausläuft,
Speaker0: der hat schon eine Kerze rausgeholt, oder keine Ahnung was, so dieses klassische,
Speaker0: ich weiß jetzt schon, was die Agenda ist.
Speaker0: Und dann gehen wir als Frauen in eine Abwehr und sagen, nee,
Speaker0: und gehen sozusagen, selbst dieser Geste, einen Kuss, einen Umarmen,
Speaker0: keine Ahnung wie, an den Po fassen oder um die Taille fassen oder irgendwie anfassen, aus dem Weg,
Speaker0: weil wir im Kopf wissen, wenn ich da jetzt drauf eingehe, dann will der später
Speaker0: auf jeden Fall Sex oder in dem Moment, kann ja auch sein, dass es im Bett passiert
Speaker0: und der Partner kommt und kuschelt sich an dich und ist dir näher und du weißt,
Speaker0: wenn ich jetzt darauf eingehe,
Speaker0: dann läuft das auf jeden Fall auf Sex hinaus.
Speaker0: Also es ist ja auch oft so, dass wir dann schon so ein Gefühl haben,
Speaker0: dann macht er nicht einfach nur so, sondern weil der gerne Sex haben möchte.
Speaker0: Wie gesagt, ist ja auch sein gutes Recht, darf er auch sehr gerne machen und
Speaker0: darf er auch sehr gerne versuchen.
Speaker0: Nur das führt dann eben dazu, dass wir oft als Frauen dann schon das ablehnen.
Speaker0: Das heißt, wir gehen dem Kuss aus dem Weg, wir entkommen der Umarmung oder wir
Speaker0: machen die Umarmung, aber nur ganz kurz, weil wir dann so ein bisschen im Kopf
Speaker0: sind bei, wenn ich das jetzt zulasse,
Speaker0: dann führt das zu Sex und ich möchte gerade keinen Sex.
Speaker0: Und das ist in meinen Augen deswegen gefährlich, weil wir damit einer körperlichen
Speaker0: Verbindung aus dem Weg gehen.
Speaker0: Also ich meine jetzt nicht Sex, ich meine jetzt einfach nur das,
Speaker0: das mag jetzt Küssen sein, das mag eine Umarmung sein, was auch immer das ist,
Speaker0: was der Partner gerade mit dir sozusagen versucht, dir irgendwie nahe zu kommen.
Speaker0: Es ist irgendeine Art von Nähe und der gehen wir aus dem Weg,
Speaker0: weil wir keine Lust auf den Sex haben.
Speaker0: Es aber gut sein kann, und in den meisten Fällen ist das tatsächlich auch so,
Speaker0: dass wir eigentlich Nähe wollen, nur kein Sex.
Speaker0: Es gibt super viele Frauen da draußen, die sagen, hey, ich hätte voll Lust,
Speaker0: mit meinem Partner einfach mal zu kuscheln.
Speaker0: Aber ich weiß, jedes Mal, wenn wir kuscheln, läuft es auf Sex hinaus,
Speaker0: weil er dann Sex will oder weil ich ihm dann das Signal gebe und er denkt,
Speaker0: okay, wenn wir kuscheln, dann können wir ja auch Sex.
Speaker0: Und dann stehe ich wieder da und muss das ablehnen und sage dann,
Speaker0: hey, weiter heute nicht, weil ich möchte nicht.
Speaker0: Und das ist, glaube ich, das ist so gefährlich.
Speaker0: Und ich meine das, ich hoffe, ihr wisst, wie ich das meine, weil wir da mit
Speaker0: einer Sache aus dem Weg gehen, die wir eigentlich total gerne hätten, nämlich Nähe.
Speaker0: Nur weil wir das, was der Partner dann vielleicht am Ende des Tages möchte,
Speaker0: nämlich Sexualität, da nicht wollen in dem Moment.
Speaker0: Und das führt zu total crazy Situationen in Partnerschaften,
Speaker0: wo man dann nicht mal mehr miteinander
Speaker0: kuschelt oder jetzt nehmen wir zum Beispiel das Thema Küssen, ja.
Speaker0: Und alleine, wenn du dich küsst und irgendwann merkst, oh, es wird jetzt hier
Speaker0: gerade, keine Ahnung, küsst dich, vielleicht normal, küsst dich auf den Mund
Speaker0: und merkst dann, oh, jetzt fangen wir an, uns mit Zunge zu küssen und es wird intensiver.
Speaker0: Jetzt, es gibt so einen Punkt, ja, wo es dann wie so umschlägt und dann weißt
Speaker0: du, oh, jetzt wird es sexuell, ja, jetzt wird es sexual, jetzt muss ich aufpassen,
Speaker0: weil entweder gehe ich voll on mit so und mache mit komplett und bin jetzt vielleicht
Speaker0: auch in der Stimmung dazu.
Speaker0: Oder ich muss mich dann jetzt hinstellen und sagen, hey, sorry,
Speaker0: Schatz, aber Küssen fand ich geil, aber ich möchte jetzt nicht mehr.
Speaker0: Und auch da, da sind wir wieder an diesem Punkt, dann hast du wieder den Partner
Speaker0: abgelehnt und hast wieder das Gefühl von Scheiße und dann hast du für dich vielleicht
Speaker0: ein schlechtes Gewissen, weil du schon wieder da unterbrochen hast.
Speaker0: Oder, und ich glaube, das machen auch viele Frauen, denkst dir dann,
Speaker0: ich habe dem die falschen Signale gesendet, weil ich war ja voll on board,
Speaker0: als wir rumgeknutscht haben, ja?
Speaker0: Und da finde ich so wichtig, es ist ja so wichtig, als Partner zu kuscheln,
Speaker0: sich zu küssen, sich nah zu sein, diese Nähe da herzustellen.
Speaker0: Und wenn die dann aber immer damit einhergeht, dass einer von beiden Sex will
Speaker0: und der andere von beiden will aber eigentlich Nähe, aber keinen Sex,
Speaker0: dann ist genau das der Grund, warum wir sozusagen die Nähe suchen.
Speaker0: Also dann ist das, was wir eigentlich am meisten wollen, wird plötzlich zu, oh Vorsicht.
Speaker0: Weil Männer suchen die Nähe ja auch, und das ist wieder so ein schönes Konzept
Speaker0: von Mann und Frau, aber man sagt ja immer so schön, Männer brauchen den Sex,
Speaker0: um emotionale Nähe herzustellen.
Speaker0: Und Frauen brauchen emotionale Nähe, um Sex zu haben.
Speaker0: Und ich glaube, da ist sehr viel Wahres dran. Das mag nicht für jeden Mann und
Speaker0: nicht für jede Frau gelten.
Speaker0: Aber ich glaube, grundsätzlich ist es schon so, dass Männer durch Sex sich sehr
Speaker0: nah der Partnerin fühlen.
Speaker0: Und die Frau durch emotionale Nähe,
Speaker0: diese Einladung für sich den Körper aufmacht in dem Moment, weil sie sich sicher
Speaker0: fühlt, weil ihr Nervensystem, dann weiß sie, ist alles gut und alles ist cool
Speaker0: und jetzt können wir auch total gerne Sex haben miteinander.
Speaker0: Und deswegen suchen wir ja eigentlich die Nähe zum Partner, ja,
Speaker0: und wir Frauen wollen ja dann gerne, dass die Sachen, keine Ahnung,
Speaker0: dass alles geklärt ist zwischen uns, ja, also ich glaube, viele kennen das,
Speaker0: dieses, ich mag nicht gern einschlafen, wenn wir irgendwie Themen miteinander
Speaker0: haben oder gestritten haben.
Speaker0: Das heißt, wir brauchen diese emotionale Nähe zu dem Anderen und wir brauchen
Speaker0: auch ganz, ganz viel die körperliche Nähe.
Speaker0: Und die körperliche Nähe ist ja auch genau das, was Oxytocin ausschüttet,
Speaker0: ja, das Kuschelhormon, dieses Miteinandersein, Beieinandersein.
Speaker0: Und wir brauchen in einer Partnerschaft körperliche Nähe,
Speaker0: weil das einfach super viele schöne Hormone ausschüttet, die uns auch binden
Speaker0: aneinander und die einfach auch dafür sorgen, dass wir uns dann auch emotional mehr öffnen können.
Speaker0: Egal, ob jetzt Frau oder Mann, der eine vielleicht vor dem Sechsen,
Speaker0: der andere nach dem Sechsen, egal, aber das führt natürlich auch dazu,
Speaker0: dass du dich ganz nah dem anderen fühlst.
Speaker0: Und deswegen finde ich es so schwierig, wenn das ein Moment ist, wo du dann denkst, oh,
Speaker0: ich gehe dem lieber schon mal aus dem Weg dieser körperlichen Nähe,
Speaker0: weil ich nicht möchte, dass ich nachher wieder sagen muss, Schatz,
Speaker0: ich kann nicht, ich bin müde, ich will nicht, ich habe heute keinen Bock.
Speaker0: Aber dann umschiffen wir Frauen ganz oft überhaupt diese körperliche Nähe oder
Speaker0: probieren das vielleicht das eine oder andere Mal aus, merken dann aber immer,
Speaker0: es führt dann am Ende zu Frust, weil dann sage ich Stopp oder dann sage ich
Speaker0: Nein und dann sagt der Partner Scheiße, ja und dann versucht es vielleicht auch
Speaker0: der Partner irgendwann nicht mehr, weil das ist ja auch total wichtig und diese
Speaker0: Perspektive möchte ich hier auch einfach nochmal einnehmen.
Speaker0: Wenn du als Partner in einer Beziehung derjenige bist, der mehr Sex will,
Speaker0: sehen wir mal an, das ist der Mann und der sagt, ich möchte aber gerne,
Speaker0: ich finde meine Partnerin aggativ, ich möchte ihr gerne nahe sein,
Speaker0: ich möchte super gerne Sex mit ihr haben.
Speaker0: Und du gehst hin und sozusagen probierst es, willst der Partnerin nahe sein,
Speaker0: fasst sie an, küsst sie und bekommst dann entweder sofort einen,
Speaker0: ich will gerade nicht oder später einen, ich möchte nicht und wirst abgelehnt.
Speaker0: Dann kommst du dir ja auch irgendwann vor und einige Männer haben das,
Speaker0: in meiner Welt oder haben das zu mir dann so gesagt, dass sie gesagt haben,
Speaker0: das fühlte sich dann irgendwann an wie ein Bittsteller sein.
Speaker0: Also dieses, als wenn du darum bitten müsstest, können wir bitte heute mal Sex
Speaker0: haben? Oder hast du nicht auch mal Bock?
Speaker0: Und auch wenn wir das dann schnell gerne lapidar abtun, ich glaube,
Speaker0: das ist ein ganz verletzender Moment, das habe ich ja im letzten Podcast schon
Speaker0: angesprochen, dass dieses zurückgewiesen werden, egal in welcher Art und Weise,
Speaker0: fühlt sich immer schlecht an.
Speaker0: Weil da immer ein Teil ist, der denkt, bin ich nicht mehr gut genug,
Speaker0: bin ich nicht mehr attraktiv genug, mag sie mich nicht mehr,
Speaker0: will sie mich nicht mehr, ist da keine sexuelle Chemistry mehr zwischen uns, was ist jetzt falsch?
Speaker0: Und ich glaube, die wenigsten Paare, soweit lehne ich mich jetzt auch mal aus
Speaker0: dem Fenster, schaffen das so gut, das zu kommunizieren miteinander,
Speaker0: dass das kein Thema ist und dann, dass es einfach ein Ding ist von hey,
Speaker0: du, ich bin heute einfach wirklich müde, ich habe da einfach keine Kapazität
Speaker0: mehr zu, ich möchte das heute nicht,
Speaker0: lass uns kuscheln, alles ist gut.
Speaker0: Ich glaube, dass das die wenigsten Paare so lösen, sondern es endet am Ende
Speaker0: des Tages oft mit einem Partner, der sich dann frustriert umdreht und sagt, dann nicht.
Speaker0: Und dem anderen Partner, der frustriert da liegt und denkt sich,
Speaker0: jetzt muss ich den schon wieder ablehnen, ja.
Speaker0: Und das ist leider Gottes die harte Realität, glaube ich, die viele Paare einfach
Speaker0: in ihren Schlafzimmern oder wo auch immer vorfinden.
Speaker0: Und deswegen möchte ich einfach nochmal auf dieses Thema körperliche Nähe eingehen
Speaker0: und wie wichtig es ist, diese Nähe auch ohne ein Dahinterkommt auf jeden Fall Sex zu haben.
Speaker0: Und das ist, glaube ich, auch was, was natürlich auch viele Männer lernen dürfen,
Speaker0: ja, so dieses, hey, absichtslose Berührung, ja.
Speaker0: Ja, nur auch da sind wir wieder an so einem Punkt, was ist denn,
Speaker0: wenn du sexuell erregt bist und das Gefühl hast, ich will aber gerne mit dem
Speaker0: anderen auch schlafen, ich möchte aber auch einfach gerne noch näher sein,
Speaker0: hältst du dich dann zurück, während du kuschelst oder wie machst du das?
Speaker0: Und auch da, ich glaube, da bedarf es unfassbar viel Kommunikation als Paar,
Speaker0: was für viele, glaube ich, nicht so einfach ist, weil wenn man einmal,
Speaker0: wenn man irgendwie nicht so gut oder so super offen über Sexualität reden kann,
Speaker0: dann ist es ganz schwierig, das irgendwann so reinzukriegen in eine Beziehung,
Speaker0: in der das so seit, keine Ahnung, zehn Jahren nie der Fall war.
Speaker0: Aber ich glaube, es braucht halt auch von beiden Seiten oder es reicht ja immer
Speaker0: schon mal eine Seite, die bewusst ist, weil dann ändert sich ja schon ganz viel
Speaker0: in der Dynamik miteinander.
Speaker0: Es braucht mindestens eine Seite, die sich darüber bewusst ist,
Speaker0: zu sagen, hey, was passiert denn hier gerade?
Speaker0: Zum Beispiel zu merken als Frau, ey, warte mal, ich gehe gerade Nähe aus dem
Speaker0: Weg und ich gehe dem Kuscheln aus dem Weg oder dem Küssen vielleicht aus dem Weg,
Speaker0: weil ich Angst habe, meinen Partner langfristig ablehnen zu müssen oder halt
Speaker0: später ablehnen zu müssen oder ihm damit keine falschen Hoffnungen machen will,
Speaker0: weil ich es eigentlich nicht fühle, weil ich zu müde bin, jetzt keine Kapazität
Speaker0: habe, gar nicht genug Zeit dafür habe.
Speaker0: Und wenn du das merkst, dass du das machst und dass du da mit der Intimität
Speaker0: und der Nähe aus dem Weg gehst,
Speaker0: dann bist du schon einen super großen Schritt weiter, weil ich werde nicht müde
Speaker0: zu betonen, dass in meiner Welt, kannst du gerne anders sehen,
Speaker0: aber in meiner Welt gehört zu einer gesunden Partnerschaft Nähe und Intimität
Speaker0: dazu, körperliche Nähe auch.
Speaker0: Das ist mir egal, wie oft ihr im Monat Sex habt oder wie oft ihr im Jahr Sex habt.
Speaker0: Aber es ist wichtig, dass sich ein Paar auch körperlich nahe ist.
Speaker0: Ich glaube, es gibt ganz, ganz wenige Paare, wo beide völlig fein damit sind,
Speaker0: dass sie körperlich sich überhaupt nicht nahe sind. Mag es auch geben.
Speaker0: Aber in meiner Lebensrealität sozusagen, das ist nicht das, worüber ich hier rede.
Speaker0: Sondern ich rede eben über die meisten Paare, bei denen es körperlich eigentlich,
Speaker0: erst mal gut losgegangen ist und die körperliche Nähe miteinander wollten und
Speaker0: die Sex miteinander haben und die das genießen und schön finden und sich dann
Speaker0: aber irgendwann einfach dieser Rhythmus verändert und die Bedürfnisse verändern.
Speaker0: Oder eben vielleicht auch wirklich schon von Anfang an unterschiedlich waren die Bedürfnisse.
Speaker0: Genau. Ich glaube, wenn dir als Frau bewusst ist, dass du genau das machst und
Speaker0: dass du der Nähe aus dem Weg gehst, dann dürften deine Alarmglocken hier ringen.
Speaker0: Läuten, sagt man im Deutsch. Manchmal ich mit meinen Worten immer mein Englisch
Speaker0: und Deutsch. Dann dürften bei dir die Alarmglocken läuten.
Speaker0: Weil dir dann eigentlich bewusst wird in dem Moment, dass du das,
Speaker0: was du dir am meisten wünschst.
Speaker0: Nämlich dem Partner emotional nahe zu sein, damit du wieder Lust empfinden kannst
Speaker0: auf den anderen, dass du das damit total wegdrückst, weil du keine körperliche Nähe zulässt.
Speaker0: Und wenn wir keine körperliche Nähe zulassen, ist es schwierig,
Speaker0: emotional nahe zu sein, genauso wie es schwierig ist, körperlich jemand anderem
Speaker0: nahe zu sein, wenn du dir emotional nicht nahe bist.
Speaker0: Also dazu muss man ja einfach, das sind einfach zwei Dinge, die zusammengehören.
Speaker0: Also ich glaube, der schönste Sex passiert unter Menschen, die sich emotional nahe sind.
Speaker0: Du kannst natürlich auch irgendwie Friends mit Benefits haben und dann bist
Speaker0: du jemandem körperlich nah und du empfindest gar nichts für den,
Speaker0: oder nur Freundschaft oder was auch immer.
Speaker0: Aber ich glaube, wir sind uns alle einig, die meisten zumindest,
Speaker0: dass das Schönste die Kombination von beiden ist, sich emotional nahe zu sein,
Speaker0: sich körperlich nahe zu sein, weil das körperlich nahe fühlt sich dadurch sicher,
Speaker0: fühlt sich dadurch geborgen, fühlt sich dadurch gehalten an.
Speaker0: Und das emotional sich öffnen können jemand anderem ist natürlich auch leichter,
Speaker0: wenn du dich körperlich öffnest, das hatte ich glaube ich auch schon mal erwähnt,
Speaker0: weil wenn du de facto nackt vor jemandem stehst, dann bist du seelisch nackt.
Speaker0: Dann kannst du wenig versuchen zu verstecken, weil du dich entblößt und weil du dich zeigst.
Speaker0: Und das ist ja das, was uns emotional zusammenbringt.
Speaker0: Deswegen, in meiner Welt gehören die wahnsinnig doll zusammen.
Speaker0: Das emotional nah sein und das körperlich nah sein.
Speaker0: Und wenn wir dem aus dem Weg gehen, weil wir befürchten, dass dahinter ein Rattenschwanz
Speaker0: hängt, mit dem wir uns nicht beschäftigen wollen...
Speaker0: Dann vermeiden wir körperliche Nähe und damit vermeiden wir ein Stück weit auch emotionale Nähe.
Speaker0: Und das, was wir natürlich damit auch tun, und das kommt immer wieder drauf,
Speaker0: ist, dass wir den Partner damit wegstoßen.
Speaker0: Und mir ist wichtig, weil es ist immer ein Abstoßen, immer ein Wegstoßen,
Speaker0: immer irgendwo ein Nein in dem Moment.
Speaker0: Und ein Nein ist erstmal nicht schlimm, aber wenn das dauerhaft kommt.
Speaker0: Mir ist hier nochmal wichtig zu sagen, es geht mir nicht darum,
Speaker0: dass dann Frauen sagen, ja okay, dann haben wir Sex. Das ist genau die Folge
Speaker0: vorher, darum geht es nicht.
Speaker0: Es geht mir darum, dass eine Frau dann sagt, wie geht es, dass ich wieder Lust
Speaker0: bekomme, dass ich wieder nahe bin meinem Partner.
Speaker0: Das ist genau das, was ich in meinem Programm mache. Dieses,
Speaker0: die emotionale Nähe herzustellen, die körperliche Nähe herzustellen,
Speaker0: dieses sich nahe zu sein, sich selber schon nahe zu sein, damit fängt es ja schon an.
Speaker0: Das überhaupt wieder herzustellen und dann zu merken, wie du natürlich wieder
Speaker0: Lust bekommst und wie du auf authentische Weise wieder Lust bekommst.
Speaker0: Und nicht so tun musst, als wenn du das geil findest.
Speaker0: Also ich glaube, es gibt kaum eine Frau da draußen, die sich nicht wünscht,
Speaker0: ich würde eigentlich total gerne mal wieder mit meinem Partner auf der Couch
Speaker0: liegen und einfach nur kuscheln, stundenlang.
Speaker0: Ich will dem so nah sein. Ich will einfach nur ganz nah bei dem sein.
Speaker0: Und ich will dieses Gefühl haben von, ich kann von seiner Präsenz gar nicht genug kriegen.
Speaker0: Und ich möchte dich da wieder hinbringen, dass das Gefühl wieder da ist von,
Speaker0: ja, wie können wir uns emotional und körperlich so nah sein,
Speaker0: dass wir uns auch wieder fühlen als Paar.
Speaker0: Und das ist nicht nur ein, wir leben hier übrigens auch irgendwie gemeinsam
Speaker0: und wir organisieren ganz viel, aber ansonsten sind wir eigentlich nur mit Bewohner.
Speaker0: Das finde ich halt so schade, wenn das da drauf hinausläuft.
Speaker0: Und ich glaube, da kann man ganz, ganz gut gegensteuern.
Speaker0: Im eigenen System. Und das hat ganz, in meiner Welt gibt es drei Komponenten dazu.
Speaker0: Und das ist für mich eine Mindset-Sache.
Speaker0: Zweitens eine energetische Sache. Also wie nutzt du die Energien in deinem Körper?
Speaker0: Und das dritte ist für mich, wie fühlst du deinen Körper und wie nutzt du deinen Körper?
Speaker0: Also eine Körperwork, Bodywork, Körperarbeit könnte man dazu sagen.
Speaker0: Also Mindsetarbeit, Körperarbeit, Energie, das sind die drei Säulen in meiner
Speaker0: Welt, mit denen du das verändern kannst.
Speaker0: Und ich glaube, die meisten Leute setzen bei keinem von den dreien an oder höchstens
Speaker0: beim Mindset, wenn mal überhaupt.
Speaker0: Oder sagen, ja, wir brauchen einfach mehr Paarzeit oder wir müssten vielleicht
Speaker0: auch einfach mal wieder, keine Ahnung, ich muss mal wieder das Huse anziehen oder was weiß ich was.
Speaker0: Irgendwas im Außen, was in meiner Welt total irrelevant ist für dieses Thema.
Speaker0: Genau. So, jetzt denke ich schon wieder an vier andere Folgen,
Speaker0: die ich dadurch machen könnte. Oh mein Gott.
Speaker0: Erstmal ist das, glaube ich, für mich das Wichtigste zum Thema Intimität vermeiden
Speaker0: und was daran so gefährlich ist.
Speaker0: Und ich hoffe, dass du weißt, in welche Richtung ich das meine und dass du es
Speaker0: halt einfach bei dir schon verändern kannst und es erstmal völlig unabhängig
Speaker0: davon ist, was dein Partner macht oder wie er reagiert oder was er sagt,
Speaker0: sondern du das einfach schon mal in dir ganz doll drehen kannst und dadurch
Speaker0: ändert sich eine ganze Dynamik zwischen euch.
Speaker0: In diesem Sinne wünsche ich dir eine ganz wunderschöne Woche und wir hören uns
Speaker0: hier nächste Woche wieder. Mach's gut, bis dann!
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